Donnerstag, Dezember 29, 2005

Jungs sind mal so.

Gestern Nacht erschien mir Eric im Schlaf - vermutlich hatte ich zu viele von diesen Unterhaltungssendungen auf SAT.1 gesehen. Er brachte mich auf die Idee, eine Episode von "Jungs sind so" zu verfassen:

Evolutionsmythen I: Jungs sind Herren des Feuers

Endlich Urlaub. Was hatte ich mich auf ein paar Tage im dänischen Ferienhaus gefreut. Natürlich nicht nur, um einmal dem täglichen Trottoir zu entkommen, und weil das von uns gebuchte Haus mit allen möglichen Annehmlichkeiten ausgestattet war, sondern ein wenig freute ich mich auch auf den täglichen Saunagang mit Miriams Feuerwehrmann, natürlich aus rein ästhetischen Gründen, versteht sich. Mir war schon klar, dass keine Tauchbeckennummern in Frage kommen würden, aber das Auge isst schließlich mit.

Nachdem wir die üblichen, kleinen Streitereien um die besten Zimmer beendet und ich das einzige Wasserbett bekommen hatte, packten wir kurz unsere Sachen aus und fuhren allesamt zunächst gut gelaunt zum Einkaufen in den nächsten "Kobmannshandel", um den nötigen Kram und ein paar Pölser zu besorgen, die ich außerhalb solchen Urlaubs schon wegen ihrer künstlichen Färbung abgelehnt hätte. Aber hier gehörte das einfach dazu, den ersten Abend mit den kleinen roten Knackern in ballaststofffreiem Brot und verschieden farbigen, geschmacksverstärkerschwangeren Soßenimitaten nebst gezuckerten Gurken und Röstzwiebeln zu begehen.

Das Ferienhaus verfügte klassischer Weise auch über einen Bollerofen, der mit Holz zu befeuern war. Zu diesem Zweck konnte man beim Kobmannshandel auch verschiedene Säcke mit Feuerholz und anderem Brennmaterial erstehen, die vor der Tür in einem Kabuff aufgeschichtet waren. Unser Feuerwehrmann wollte sich gerade den erstbesten Beutel mit Holz greifen, als Chris das erste Steinchen warf: "Nimm mal lieber einen vom Rand, die sind nicht so nass."
Dann schaltete sich auch schon Matthias ein: "Wollen wir nicht lieber ein bisschen nach Außerhalb fahren? An der Straße ist das Holz meistens viel billiger zu bekommen."

Ich versuchte, die sich anbahnende Situation mit einem Scherz aufzulösen: "Du glaubst also immer noch, dass du an der Straße alles billiger bekommst?"
Ein Fehler; ich wurde gleich von drei Augenpaaren böse angefunkelt. Der Feuerwehrmann griff sich den Sack, den er als erstes nehmen wollte und brummte: "Ich hab jetzt keine Lust hier herumzukutschieren, ich will noch in die Sauna heute. Was ist, kommt ihr?"
"Wir brauchen noch Grillanzünder!" Das war Sabine.
"Quatsch, wir nehmen Papier, im Haus liegt noch eine alte Zeitung", meinte Matthias, der sich nun auch noch einmal einschalten musste.

Mir schwante Schreckliches, weshalb ich mir nach unserer Rückkehr gleich meine Laufschuhe griff, um eine Runde zwischen Nordsee und Fjord zu drehen und nach blonden, großen Dänen Ausschau zu halten. Nach meiner Runde in eiskalter Nordseeluft freute ich mich auf die nette Runde vor dem Ofen, doch schon als ich zur Tür herein kam, merkte ich, dass es zwar nach Rauch und Ruß roch, jedoch die Luft immer noch recht kühl schien. Allerdings nicht so kühl wie die Atmosphäre, die mich im Wohnzimmer erwartete, wo der Ofen offenbar nicht nur im wörtlichen Sinne aus war. Meine Freunde starrten alle in verschiedene Richtungen und hatten dazu noch ihre Jacken an. Offenbar wollte auch niemand die Elektroheizungen anstellen.

"Chris hat das Feuer nicht anbekommen", meinte Miriam. Daraufhin ging Chris sofort der Hut hoch: "Hätte Dein schlauer Freund nicht so nasses Holz mitgebracht, wäre es hier längst kuschelig warm."
Nun übernahm der Feuerwehrmann seine Verteidigung selbst: "Wenn der Herr nicht das ganze Zündmaterial auf einmal verbraucht und mich an den Ofen gelassen hätte, wär das alles kein Problem gewesen. Ich bin schließlich vom Fach."
Matthias lachte auf: "Ja, Brände löschen, das kannst du wahrscheinlich gut, wie man sieht."
Den Feuerwehrmann durchzuckte ein eisiger Wuthauch.
Ich schüttelte den Kopf. "Ich stell schon mal die Sauna an", meinte ich und beschloss, mich langsam und rückwärts vom Schauplatz des Hahnenkampfes zu entfernen. Dies ließ sich hier nicht so ohne weiteres entkrampfen.

Weiter lesen bei Eric...

Kommentare:

pulsiv hat gesagt…

Der Feuerwehrmann griff sich an den Sack, las ich grad... immer das gleiche mit mir...

mcwinkel hat gesagt…

Schöne Idee.

Geh´ gleich mal rüber und lese weiter...

Was ich mich nur gerade frage: Wieso kennt der Herr f sich hier nur so gut aus? :)

F hat gesagt…

Pulsiv, da weiß man, was man hat.

MC, setzen Sie ruhig Gerüchte in die Welt. ICH bin verheiratet. ;-)

The Exit hat gesagt…

Ich finde die Story gelungen, aber auch mir kamen ähnliche Gedanken, wie Herrn Winkel....