Sonntag, Dezember 31, 2006

Schneekanoniere wir sind


Manchmal möchte ich, dass das Blog aufhört, aber das Leben weitergeht. Manchmal auch andersherum. Und seit ich Slips von TCM trage, ist sowieso nichts mehr wie es war. Besonders der SexSitz ist total anders. Die dunklen Löcher in meinem Alltag saugen sogar das Licht auf. Prozessoren generieren eifrig Bilder, die nicht bleiben. Und dann krieg ich auch noch einen auf die Nase. Dabei habe ich das immer schon gehasst. Sie ist halt empfindlich, die Nase. Und ich hatte mich gerade ein wenig sicher gefühlt. Auch und gerade weil es regnete. Weil die ersten Schneeglöckchen schon raus sind. Dann dieser Sturm heute Nacht. Deckt glatt einen Teil unseres Daches ab. Und genau da muss er durchgekommen sein. Der Schneeball vom Wortschnittchen. Trifft mich unvorbereitet und hart. Weil ich doch dachte, in der heutigen Zeit muss man echt aufpassen, wen man verlinktbewirft und warum. Aber es ist wohl so gewollt. Also ballere ich das Ding weiter: In Richtung Texas-Jim, Bateman und The Exit.

Offen unrechtlich

Sylvester zeigen die Öffentlich-Rechtlichen unverblümt, dass sie nicht für alle Gebührenzahler Programm machen, sondern nur für Ü60. Traurig, Leute.

Samstag, Dezember 30, 2006

Hat fertig

Reichtum lässt ein Herz schneller erhärten als kochendes Wasser ein Ei.

Ich werde Sie vermissen, Herr Lehmann.

Freitag, Dezember 29, 2006

Zum neuen Jahr

"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."

(Helmut Schmidt, 5. Bundeskanzler der BRD, geb. 1918)

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Das Jahr ist abgebrannt.

Ich klaue beim Wortschnittchen diesen Fragebogen, klone ihn und lege ihn postwendend zurück - so schnell, dass keiner was davon mitbekommt:

Zugenommen oder abgenommen?
Ich bin fett!
Haare länger oder kürzer?
Woher soll ich das wissen? Eher länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Von hier an blind.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Die Belastungen nehmen rapide zu. Zählen auch Abschreibungen und Rückstellungen?
Der hirnrissigste Plan?
Alles perfekt machen zu wollen.
Die gefährlichste Unternehmung?
Begleitung von Schwangerschaft.
Der beste Sex?
Ja.
Die teuerste Anschaffung?
Abschaffung eines Jobs.
Das leckerste Essen?
Pfannkuchen.
Das am meisten beeindruckende Buch?
Ist so beeindruckend, dass ich es nicht durchbekomme.
Der ergreifendste Film?
Ist meist nicht der falsche.
Die beste CD?
Stadium Arcadium.
Das schönste Konzert?
Red Hot Chili Peppers im November in Hamburg.
Die meiste Zeit verbracht mit...?
Altern.
Die schönste Zeit verbracht mit...?
Sie liest mit.
Vorherrschendes Gefühl 2006?
Es geht schneller bergab, aber es macht jetzt mehr Spaß.
2006 zum ersten Mal getan?
Das Gefühl zugelassen, Zeit sinnvoll verbracht zu haben.
2006 nach langer Zeit wieder getan?
Am Meer gesessen und Gelassenheit gespürt.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Sorgen, Sorgen, Sorgen.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Der eigene Weg.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Zeit. Nähe.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Nähe. Zeit.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Möchtest du nen Kaffee?
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Der steckt bestimmt tief in meinem Hals fest oder steht hier irgendwo im Blog.
2006 war mit einem Wort...?
radial.

Wer möchte, darf auch klonen.

Montag, Dezember 25, 2006

Freitag, Dezember 22, 2006

Donnerstag, Dezember 21, 2006

Immens

Für mich ist das Interessante an der vermutlichen Siemens-Schmiergeldaffäre nicht die Rolle von Transparency International und auch nicht das Verhalten von Herrn Pierer. Ich sorge mich eher darum, dass offenbar von niemandem hinterfragt wird, dass man, um im Ausland Aufträge zu bekommen, einen ordentlichen Prozentsatz der Auftragssumme als Schmiergeld bereithalten muss. Juhu, ordentlich Geldkoffer exportieren, und schon sind wir Exportweltmeister. Also auch Schmiermeister? Demnach Olypiasieger des Unredlichen? Sind nur so die hohen Löhne und der Wohlstand in Deutschland zu sichern?

Mir scheint, es gibt keinen richtigen Weg.
Frühstück um zwölf.

Dienstag, Dezember 19, 2006

Besänftigungsode

Oh Butterkipferl
Oh Hartkeks
Oh Spekulatius
Oh Basler Plätzchen
Oh Zauberwerk
Oh Engelssand
Oh Mandelplätzchen
Oh Nussecke
Kekse türmen sich frauenhoch
Das Keksmonster neben mir erwacht und schreit Mehr
Oh Haferkeks
Oh Himmelsschlaufe
Oh Printe
Oh Geheimnis
Oh Moccatraum
Oh Spritzgebäck
Oh Orangenkeks
Oh Neujahrsglück
Kekse erdrücken mein Herz
Mein Herz genießt und schweigt.

(...)

Montag, Dezember 18, 2006

"Keine Sorge um die Rente, bis dahin haben die doch Kernfusion."

Freitag, Dezember 15, 2006

Magenta Baby Blues

Die ersten sechs Monate Vatersein haben schon ordentlich Spuren hinterlassen. Wenn ich morgens vor den Spiegel trete und den Kopf hochnehme, folgt wenig später das Gesicht. Meine Schultern sind grandios verspannt, die ganze Körperhaltung hat sich irgendwie verkeilt. Würde ich zu Staub zerfallen, es blieben drei Kanthölzer übrig. Würde ein Chiropraktiker das alles lösen, ich würde augenblicklich in einen komatösen Zustand fallen vor lauter innerem Fluss. Die Brandung war schon immer gefährlich für mich. Die Knie schmerzen, der Lorkus wird nicht gebraucht, der Kopf ist von der Schlafentzugsfolter rammdösig. Man könnte Kaminholz drin stapeln. Ich hab Rücken. Wenn man mich jetzt auf einer Sonneninsel in den Urlaub parken würde, die plötzliche Frische im Gehirn durch Entspannung könnte mich flockig in einen Schock versetzen. Ich gehe nicht ans Telefon, denn die Anrufer machen sich Sorgen wegen der unterholzkrachenden Brüchigkeit meiner Stimme. Wenn ich meine alten Texte anschaue, frage ich mich, wer schreibt da? Doch, wie soll ich sagen, als ehemaliger Gegner von jedweder Einschränkung persönlicher Freiheit kann ich nicht mit Steinen auf das Glashaus werfen, aus dem meine Knochen sind. Und erklären kann ich es auch nicht richtig. Dieses Ding mit der Familie. Aber es macht glücklich. Einfach so.

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Dienstag, Dezember 12, 2006

Chef de Cuisine et de Bourse

Ich kann ja viel erzählen von tollen Kochkünsten, vorweihnachtlichen Fünf-Gänge-Menüs und raffinierten Vorspeisen. Kann aber eigentlich jeder, der Zeit, Lust und gute Zutatenquelle hat. Was hingegen bewunderswert ist und wirklich zählt, ist der tägliche Kampf mit der kosteneffizienten Nahrungszubereitung, die ansinnliche Abwechslung und immer wieder auf´s Neue Geschmack verheißt. Anders gesagt, ich komme um neun sieben von der Arbeit, gucke in den Kühlschrank, was ist noch da, ah ja, eine halbe Monster Aubergine, etwas Bergkäse, das rote Pesto könnte auch mal aufgebraucht werden, die Paprika schrumpelt schon weltmeisterlich, der Kalbsfond ist schon Grau muss weg. Ich habe noch eine Dose Artischocken und einen Rest Glasnudeln. Was also tun? Pizza bestellen? Nein, wenn mir der Schädel wegen des Zwischen-die-Schulterblätter-Ziehens schon brummt und ich keine Idee habe, gibt es eine gute Alternative. Ich gehe zu Chefkoch.de, gebe meine Zutaten ein, und schon habe ich ein Rezept dafür. Ausprobieren!
Kommentarmüde?

Freitag, Dezember 08, 2006

Herz dir sagt

Bleierne Fläue im Magen heute, wo ich darüber nachdenke. Nicht von Lebensmitteln, sondern von Gedanken. Schwere Nebelwolken zwischen den Ohren. Schwindel im Hirn. Ein Knick im Zeitstrahl. Auf einer Frage ausgerutscht.

Der liebste Verwandte muss nach Afghanistan. Und zwar früher.

Da helfen die vielen Berichte wenig, dass unsere Jungs lediglich im Norden des Landes sind, der eher ruhig wäre. Auch die Schilderungen, dass der Krieg dort eher Edendorf gegen Tegelhörn oder Ost-Charlottenburg gegen Westend gleichen würde, beruhigen nicht. Statistiken, die früher immer relativierende Wirkung entfalten konnten - für´n Arsch. Der Einsatz steht wie eine unvermeidliche Wand auf dem Weg, und der Zwang, dagegenzufahren, ist unwiderstehlich. Alle Verharmlosungen und Nebelkerzen, ha ha, tolle Auslandszulage, durchsichtig und hilflos. Schulterklopfen, hohles. Auch die Merkel, die nur im Notfall aushelfen will, kriegt keinen Beifall dafür. Denn was ist der Notfall? Was soll der Verwandte da? Die Heroinproduktion für Europa überwachen? Armut kennenlernen? Sand in die Augen bekommen? Erfahrungen mit schreienden Verletzten machen? Ich kann´s nicht ausdrücken.

Die Wahrheit im Krieg ist so wertvoll, dass man sie immer von einer Batallion Lügen umstellt haben muss, meinte Herr Rumsfeld.

Scheisse, Junge!

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Hochkarätig tief im Stiefel

Der Nikolaus ist ein kluger Kerl. Verschenkt er erst ein Buch, um mich von einem Buch zu befreien. Nicht Fluch, sondern Buch, ganz recht. Denn ich bekomme den einen Autor nicht durch, das Buch ist einfach zu gut - ich habe Angst, dass es zu Ende ist oder gar nur geht; und nun habe ich einen Ansporn, denn den Autor hat noch mehr geschrieben. So ist das mit den Buchstaben. Nicht oft, aber selten.

Verschenkt der St. Niko dann noch Schutz, um mich vom Schützen zu kurieren. Denn manchmal zeigt Chrom auch Verletzlichkeit. Und verschenkt er schießlich noch Dilbert, damit ich auch durch´s nächste Jahr komme, beim morgendlichen Wasserlassen.

Dienstag, Dezember 05, 2006

Skandal: Quarkbällchen jetzt nur noch für Oberschicht!

Lieben heißt auch Loslassen. Das geht aber nicht unbegrenzt. Seit Jahren gönnte ich mir auf dem Kieler Weihnachtsmarkt am Abend des 1. Advent ein Quarkbällchen. Diese unvergleichlich fluffigen Weißmehlkalorienbomben mit Zuckerkruste mussten einfach sein. Das war sozusagen der Startschuss für - Liebe geht durch den Verdauungstrakt - meine Weihnachtsgefühle. Bisher stieg der Kurs für Quarkbällchen zwar Jahr für Jahr rasant an: Von 90 Pfennig auf 60 Cent, dann 80 Cent. Nach einem Euro vor zwei Jahren auf 1,20 in 2005. Aber ich sah darin bisher eher eine Bestätigung meines guten Geschmacks aufgrund hoher Nachfrage. Und diesen Sonntag nun der Schocker, der mich aus der Kuschelecke der Genießer in die wilde Prärie der Abgezockten katapultiert: 1 Euro 50 für ein Quarkbällchen. Das ist das Ende. Das Ende für meinen Startschuss ins Weihnachten, das Ende der Besinnlichkeit. Das Ende von Zuckerkrusten für die Unterschicht. Zusammen mit dem frühlingshaften Wetter ist es

Das Ende von Weihnachten.


Bild via Claudia.

Montag, Dezember 04, 2006

Klaus muss raus.

Vermutlich bedarf es ein oder viel Vielfaches mehr als großehaufenweise kleine Anstrengungen, um das eigentliche Weihnachtsfest zu retten, das rotglühende Fest in den kleinen und großen Seelen. Auch wenn der Kommerz jetzt allseits belobigt die Wirtschaft und mithin unser aller heiliges Wohlbefinden rettet, macht Weihnachten ohne die ganze Konsumlawine doch viel mehr Spaß. Und vor allem ohne den bekloppten Weihnachtsmann, der aussieht wie Gott mit roter Mütze, Sack und Rute. Oder ist es umgekehrt, und Gott sieht aus wie der Weihnachtsmann? Sicher ist jedenfalls, der Weihnachtsmann, Santa Claus ist für viele der Inbegriff für die Amerikanisierung und Turbokapitalisierung des Weihnachtsfestes. Und seine vorsinnflutliche Rutenpädagogik passt nicht in das von mir bevorzugte Menschenbild. Deshalb schließt sich mundgeblasen der tschechischen Initiative anti-santa.cz an. Die deutsche Domain war eben noch frei.

Sonntag, Dezember 03, 2006

Freitag, Dezember 01, 2006

Erste Tür

In meinem baumelden Adventskalender war hinter dem ersten, luftigen Türchen ein perfekter Cappuccino, frisch vermahlen, heiß und duftend direkt ans Bett. Besser kann ein Freitag nicht eintrudeln. Was erwartet mich wohl morgen, wenn die Tür mit der Zwei knarrend meinem dicken Daumen nachgegeben hat? Der beste Kuß meines Lebens?

Es ist noch früh auf der Kreuzung

Vier grüne Freunde und Helfer führten heute morgen eine Fahrradkontrolle durch. Es war noch nicht ganz hell auf meinem Weg zur Arbeit, weshalb ich direkt in die Fänge der Gesetzesarme geriet:

f: (fahre auf der linken Seite) Moin!
P: Halt! Wir kontrollieren Ihr Fahrrad!
f: Gleich vier Mann dafür? Gern. Bitte sehr.
P: Da ist kein Licht dran.
f: Ich fahr nur kurz zum Friseur, da bleibt es die ganze Strecke hell.
P: Trotzdem brauchen Sie Licht. (Er zieht die Stirn in Falten)
f: Habe ich ja, das ist so eins zum Aufstecken.
P: Es fehlen Reflektoren.
f: Die tue ich bei Dunkelheit in die Speichen.
P: (Er testet weiter, lehnt sich auf den Lenker) Die Bremse quietscht und fasst nicht.
f: Das Quietschen gehört bei Scheibenbremsen so.
P: Das Fahrrad hat keinen Ständer.
f: (Lacht ansteckend sympathisch) Ist der jetzt Pflicht?
P: Sie haben keine Klingel.
f: Die ist mir gerade geklaut worden. (Werde nicht Rot)
P: Geklaut?
f: Ja, das war so eine schöne große, so ein Dong, mit dem man Rentner erschrecken kann.
P: Der Gepäckträger ist wackelig.
f: Ich weiß. Es gab dafür keine richtigen Befestigungspunkte.
P: Sie sollten hellere Schutzkleidung tragen.
f: Wie gesagt, ich wollte nur kurz in die Stadt.
P: Was ist denn das für eine Schaltung?
f: (Technischer Plauderton) Eine Rohloff. Sehr zu empfehlen.
P: Na dann schönen Tag noch.
f. Ihnen auch. (fahre auf der linken Seite weiter)

Donnerstag, November 30, 2006

Massenweise sinnvolle Zeit

Schaukeln, hin und her
schaukel mit mir über´s weite Meer.
Wellenberg und Wellental
schaukeln wir gleich noch einmal.

Dienstag, November 28, 2006

Spin off - politisches Berlin

Viviane Reding war im E-Werk und redete. Es gilt das gesprochene Wort. Besonders gut hat mir ein Wort gefallen, das nicht im geschriebenen Wort enthalten ist. Frau Reding fügte ein "Madam" ein, drittletzter Absatz, nach "Ich gehe daher davon aus", und schlug damit einen übergroßen Latthammer auf die Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, Frau Dr. Henseler-Unger, die mit verschränkten Armen direkt vor ihr stand. Nun werden wir alle schauen müssen, ob den Worten auch Taten folgen und uns die schöne neue VDSL-Welt durch mehr Wettbewerb alsbald niedrige Entgelte bescheren wird, oder ob sich die Netzagentur mit der Bundesregierung im Hintergrund mit eu-rechtswidrigem Tun und höheren Preisen für uns Endverbraucher, die die Leitungen bereits einmal mit Steuergeldern bezahlt haben, durchsetzt.

Damen und Herren: Ja, ich bin auf dem Foto zu sehen, und ja, Frau Reding trug eine etwas überdimensionierte Blumenapplikation auf ihrer Vorderseite.

Montag, November 27, 2006

Abwarten

Nicht, dass ich etwas gegen hohe Stiefel hätte, die jetzt offenbar jede Hauptstädterin zu tragen verpflichtet ist. Aber nach fünf Tagen Berlin und zwei Tagen Hamburg und einigen Tausend gefahrenen Kilometern im Hin und Her hat mein Großstadtbluesspiegel neue Höhen erreicht. Dabei kann ich mich über mangelnde Unterhaltung gar nicht beklagen: Red Hot Chili Peppers (wo nimmt diese Band nur ihre Kraft her?), Blue Man Group (unterhaltsamer Unsinn?), Adagio (Schikimicki ohne Chic?), Kreuzberg (Kultur?), Radisson Aqua Lounge (im nächsten James Bond explodieren lassen?), Spreefahrt (ach so, das ist ein Bahnhof? Nicht von Schinkel?), Flughafen Tempelhof (hoffentlich ist es Beton?), der Berliner Norden (wie buchstabiert sich Untergrund?) viele Gespräche (Fusselmund oder Fusselohr?), Auseinandersetzungen (braucht eine Currywurst Fleisch?), Monsieur Vuong (wieviel Aromen passen in ein Huhn?) und andere alte Freunde (Ex-Chef?) haben mich motiviert und wieder besser in die Spur gesetzt. Als ruhebedürftiger Norddeutscher jedoch betrachte ich diese Siedlungen auf feuchtem Gebiet, diese riesigen Wunden in der Landschaft, diese Nahrungsmittellogistikherausforderungen, diese Molocheien, und insbesondere diese Stiefelherden nun erstmal gern eine Weile aus der Ferne.

Mittwoch, November 22, 2006

Politische Killerspiele nach Emsdetten

Ach so! Es geht darum, das Internet mehr zu überwachen! Und ich dachte, es ginge eher um eine tragische Persönlichkeit, und wie man allgemein das Umfeld verbessern könnte, um das Entstehen solcher Persönlichkeiten zu dämpfen. Dann sollten die sich äußernden Gewählten aber ihre Sonntagsreden sein lassen, und am besten alles verbieten, was irgendwie zur Gewalt animiert.

Ich erwarte Eure Vorschläge.

Beliebtester Discounter

Sagt mal, Aldi, die Ihr nach dem Verständnis meiner Augen eines durchschnittlichen Verbrauchers werbt mit keinen Preiserhöhungen wegen der Mehrwertsteuer, haben die Windeln nicht letztens noch 9,29 € gekostet, die jetzt bei 9,49 € stehen?

Dienstag, November 21, 2006

Hans Peter Gogik und seine faule Stimmenkräftigungstheorie

Getarnt als freundlicher Hinweis, geradezu entrüstet, verwundert, dass ich es anders mache, wie kannst du nur, ein bisschen vorwurfsvoll, mütterlich wohlwollend, einladend und drohend, und unten rum immer auch rechtfertigend.

Voller Stolz in der Stimme berichtet meine Mutter am Telefon, dass sie mich als Baby immer hat Schreien lassen. Gerade so, als wäre Todesangst etwas Gutes, in der Summe. Tür zu, irgendwann hört das von alleine auf. Und wundert sich noch, dass mir irgendwie das Urvertrauen in meine Eltern fehlt.

Manchmal möchte man zum Faustrecht zurück.
Lebensgefühl

Alufolie auf der Hutablage

Monsieur Vuong ist ein echter Hammer!

Sonntag, November 19, 2006

Bären im Wald

Es stimmt. Vierlagiges Klopapier muss ich nur einmal umschlagen, damit es seinen Zweck erfüllen kann, während dreilagiges Klopapier je nach Qualität doppelt umgeschlagen, also vierfach gelegt werden muss. Jetzt wäre nur noch jemand zu finden, der nachschaut, ob die vierlagigen Rollen weniger Blätter haben, und der das Ganze in Verhältnis zum Kaufpreis setzt - unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Festigkeit und Papieraffinität des Durchsatzes - und schon könnte ich mich objektiv für ein neues Produkt entscheiden. Danke.

Samstag, November 18, 2006

Samstag, November 11, 2006

Falten sind Risse - Isabell Herbst und Gunter Spätsommer

Diese alten Leute, die sich selbst in die Vitrine stellen, für die Ausstellung Junggebliebene Ü60er, und dann nach und nach kleine Steine werfen, so dass die Vitrine Risse bekommt, bis sie explodiert, leider nicht implodiert. Denn scharfe Splitter könnten sie vertreiben, die Angst vor dem Alter.

Freitag, November 10, 2006

Frischetester in der Stadt

Einmal im Monat ungefähr, einmal im Monat muss es sein. Wenn ich durch die Stadt getiggert bin, und mich das Ufer nicht ruft, zur Rast. Wenn die ganze Stadt wieder nur voll ist von Rudis Reste Rampe und Sakko aus Monakko. Wenn die Wände grau glotzen, als wüssten sie es besser. Wenn der kleine Kiel längst auf den großen getroffen ist vor lauter Schweiß. Wenn ich alle Streuner abgefüllt habe mit altem Ouzo aus der aufgeräumten Hausapotheke. So dass die Hunde sich wieder raustrauen. Wenn der Wurstverkäufer gezwungen ist, seinen Kram selbst zu essen, und alle Pflastersteine gezählt sind. Wenn die Füße rund und dick sind, so dass ich drei Paar Schuhe in zwei Nummern zu groß gekauft habe, von einem Paar nur den Linken. Wenn alle Weiber mit Bildern versorgt sind, der Kaufrausch nachlässt und die Leere gefüllt werden will. Wenn die Fontanelle kurz vorm Überschnappen ist und aus Jux und Dollerei Orgasmus schreit. Wenn der Körper alle seine kleinen Blockaden nicht mehr halten kann. Putzig. Wenn die Reiseapotheke aufgefüllt und sinnlose Kleinigkeiten gekauft sind. Wenn die Klamotten in den Fenstern immer durchsichtiger geworden sind. Wenn man keine Ahnung mehr hat, davon aber eine ganze Menge. Wenn es dann nieselt. Und regnet gleichzeitig. Graupelt. Dann geh ich zu McDonalds. Wie als wär´s gestern gewesen.

Neuerdings druckt das etwas andere Restaurant allerdings den Fettgehalt ihrer Verzehrprodukte auf die Verpackung. Mein dritter Royal TS bestand demnach wie der zweite und sogar der erste aus sagenhaften 48% Fett. Leider hatte ich vergessen, mein Gehirn beim Treten unter das große, güldene M abzuschalten, weshalb ich den nächsten Gedanken dann nicht am Schlawittchen erwischte, um ihn niederzuknebeln: Wenn man bedenkt, dass die Brötchenhälften oben und unten vermutlich aus Weißmehl sind, was wenig Fett enthält, und Tomate und Salat noch weniger Fett enthalten - zudem die Soße nicht so viel Anteile hat: Woraus ist dann die Frikadelle? Und wenn sie ca. 50% Fett hat, warum ist sie dann so schön Rindfleischbraun?

Bloodhound Gang

umts
umts
umts
Baby.

Mittwoch, November 08, 2006

Reziprozität neu erklärt, Vol. 2

Es gibt definitiv keine Möglichkeit, seine Zeit besser zu verbringen, als in Gesellschaft eines gutgelaunten Babys.

Reziprok dazu würde ich setzen: Warten - das kann furchtbar sein.

Dienstag, November 07, 2006

Marketingblödsinn

Warum müssen Schokoriegel immer knackig sein? Wenn ich einen Schokoriegel kaufe, will ich Schoko, und zwar im Riegel. Dann will ich keine billige Weizenmehl-Luft-Füllung, der künstlich die Feuchtigkeit entzogen und die chemisch haltbar gemacht wurde, damit es crunsht und knackt, sondern ich will Stoff. Kein Schokoriegel-Alibi, keine Mische, um teuren Kakao zu sparen, ich will Phenylalalin pur. Sonst nichts.

Donnerstag, November 02, 2006

Besuch im Dorf (Alternativtitel: Möllern in Dorf)

Gestern Nacht habe ich irgendwo in der Welt übernachtet. Mittendrin, ganz weit draußen, völlig verloren im schwarzen Nichts. Es war nichts zu hören. Ich war nur mit mir selbst. Auch Bett und Decke waren nicht da. Nicht sichtbar. Nicht eine Katze trampelte durch´s Unterholz. Nicht hörbar. Ich war der Mittelpunkt von allem, aber doch völlig unbedeutend. Nicht merklich. Schönes Schweben im Nirgendwo. Leicht und doch schwer genug, das Licht anzuziehen. Wie die Jungfrau des Zauberers. Mitten in der Strahlungswärme. Als Mann. Ohne Tricks. Es war einfach schwarz und still. Unendlich still. Ich hätte dem Kaninchen folgen können, doch es rief nicht.

Zum Glück hörte ich dann irgendwann einen Güterzug in der Ferne. Ich fiel ins Bett zurück und wusste, ich bin noch.
Juristerei ist ja wohl der größte Misthaufen der Welt.

Montag, Oktober 30, 2006

Freitag, Oktober 27, 2006

Doppelt Käse am Morgen

Frühstücksmesser sollten einen Warnhinweis haben. Und zwar einen, der einem vorgelesen wird. Weil man ihn mit den morgendlich verklebten Augen überhaupt noch nicht entziffern kann. Überhaupt sollte es generell verboten sein, vor dem ersten Kaffee ein Messer in die Hand zu nehmen. Denn schon zum zweiten Mal in dieser Woche habe ich mir beim Käseschneiden das Ding so tief in meinen Finger gerammt, dass nur beherztes Eingreifen des Fingernagels ein Abschneiden des Fingers verhindern konnte. Das gibt Feuer nicht nur im betroffenen Finger, sondern gleich die ganze Hand brennt. Vielleicht könnte aber auch schon viel verhindert werden, wenn die den Iberico nicht so hart machen würden.

Frühstücksmesser: Achtung, scharf. Bitte vor Verwendung unbedingt einen Kaffee trinken.

Kaffee: Achtung, macht süchtig. Bei übermäßigem Genuss bitte Suchtberatungsstelle aufsuchen.

Suchtberatungsstelle: Wegen Etatkürzung geschlossen. Bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen.

Arzt: Achtung, unbezahlbar. Melden Sie Pleite an, wenn Sie seine Hand geschüttelt haben.

Bank: Vorsicht! Wenn Sie an diesen Automaten treten, lassen wir ein Fallgitter niedersausen.

...I am tired this morning, you have to help. To be continued in the comments...

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Das Glotzen muss weg!

Zentrales Bedürfnis und erklärtes Ziel dieses Blogs ist es selbstverständlich auch, die Welt zu verbessern. Dazu muss sich die mitlesende Menschheit in ihrer ganzen herrlichen Ausdehnung weiterentwickeln. Da nicht verlangt werden kann, dass alle mit anpacken und rund um den Äquator eine Solarzellenreihe bauen, müssen wir dazu kleine Schritte entwickeln. Mithin bieten wir heute bereits einen kernschattigen Schritt an, der die Mission vorantreibt wie die Erfindung des Rades oder des Kühlschranks. Nur drinnen.

Das Glotzen muss aufhören. Dieses ständige Abtasten aller im Blickwinkel verfügbaren Personen, Mobilien und Immobilien auf passende Geschlechtspartner muss aufhören. Dieses ständige Sich-ins-rechte-Licht-Setzen und Nicht-mehr-Nase-Popeln-wenn-jemand-Guckt. Dieser dauernde Druck von allen Seiten. Diese Designerklamotten, von denen die Augen weh tun. Diese Autos mit oben offen. Belstaff-Jacken.

Das alles muss weg auf dem Weg zu Frieden und Freiheit.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Ein Tag im Keller

Wie kann ich in den Arm nehmen, so dass Geborgenheit entsteht? Mich selbst? Reden hilft. Stolpern, Taumeln, Trudeln durch die grauen Löcher der Herbstzeit. Schwarze Klimmzüge im Gehirn. Schlafentzug ist Folter. Lärm ist Folter, erst recht aus der eigenen Mitte. Wie uninteressant, Schlafstörungen. Mein Fingerring ist verloren, er fiel durch tausend Ringe in einen Riss im Raum. Die grüne Welt hat die Zeit verschluckt. Die Bäume setzen sich ihre bunten Pudelmützen auf, nichts daran ist lustig. Enten schlucken Eicheln im Herbst.

Ich hab´s nicht im Griff, das Leben, schickt mich durch taschenspielergetrickste Höhen und karmesinrote Tiefen. Was hilft, ist genügend Kaffee und ab und zu ein Tänzchen um einen mir ans Herz gewachsenen Laternenpfahl. Leider gibt es mangels funktionierender Fallnetze auch tiefe Abstürze, das schwarze Nichts besetzt den Kopf und drückt ihn zwischen die Schultern. Mitunter gerade dann, wenn ich ihn dort gerade am wenigsten gebrauchen kann. Dann besteht der Tag aus Gehen, Stehen und Warten, unten - draußen - überall.

Die Luft ist schwanger von fauligem Geruch, meine Lunge schnürt sich zu, der Affe im Brustkorb gackert und frisst die Überreste. Mir bleibt keine Wahl, ich muss weiter runter. Immer tiefer schaut´s in mich hinein. Ich kreise um mich selbst, bis die Umlaufbahn keine mehr ist und ich aufschlage, das ganze zu einem grauen Klumpen wird, der sich enger und enger schnürt, und weit und breit kein Schwert, und kein Held.

Dienstag, Oktober 24, 2006

The support files

Dafür weiche ich doch glatt mal von meiner No-Video-Linie ab. Und auch von meiner No-Rap-Linie:



Er ist MCWinkel!

Samstag, Oktober 21, 2006

Heisser Rum mit Honig

Manchmal schaltet man einfach nicht. Kann an der Grippe liegen. Ich halte mich daher an das einzige funktionierende Rezept:

Rum muss.
Zucker darf.
Wasser kann.

Freitag, Oktober 20, 2006

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Dienstag, Oktober 17, 2006

Maßnahme 2: Weniger Fäkalkontent

Da bin ich aber froh. Dann muss ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob es eine gute Idee wäre, darüber nachzudenken, ob ich den Weg der Worscht beim Austritt eigentlich nachempfinden kann und was das brächte. Ob sie gerade durchgeht oder auftrifft und nach links abknickt, welche Festigkeit sie hat, ob der Geruch auf schwere Krankheiten schließen lässt usw. Denn wenn ich nicht darüber schreiben muss, gibt es auch keinen Grund, darüber nachzudenken. Dann bleibe ich auf dem Klo lieber gedanklich bei Hanni und Nanni.

Montag, Oktober 16, 2006

Maßnahme 1: Mehr Pöbelblog!

Frauen reißen die Heizung voll auf, wundern sich, dass es zu heiß wird, und öffnen dann alle Fenster, lassen die Heizung aber voll an.
Frauen stellen den Fön auf höchste Stufe, halten ihn dann aber möglichst weit von sich weg, weil es zu heiß ist.
Frauen stellen die Pfanne nie passgenau auf die Herdplatte und benutzen grundsätzlich keine Deckel.
Frauen mögen leichtes Sommerbettzeug und drehen lieber nachts die Heizung auf.
Frauen drehen den Heizlüfter auf die höchste Stufe, finden ihn dann aber zu heiß und drehen ihn in eine Richtung, in der er nach draussen heizt.
Frauen lassen kochendes Wasser in die Badewanne einlaufen, stellen dann fest, dass es zu heiß ist, und lassen dann einen Großteil Wasser ab, um kaltes nachlaufen lassen zu können.
Frauen lassen grundsätzlich den Fernseher laufen, auch wenn sie den ganzen Tag gar nicht im Zimmer sind.
Frauen brechen grundsätzlich eine neue Packung an, obwohl da noch zwei angebrochene Kühlschrankkälte beziehen.
Frauen können Rezepte für sechs Personen nicht auf zwei herunterrechnen.
Frauen benutzen den Staubsauger auf der höchsten Stufe und wundern sich, dass alle Spielzeuge verschwunden sind.
Frauen drehen den Thermostaten auf volle Leistung, öffnen alle Türen und wundern sich, dass es zieht.
Frauen müssen zu jeder Einladung hinfahren, auch wenn sie darauf überhaupt keinen Bock haben.
Frauen kaufen immer neue Tüten.
Frauen heizen den ganzen Backofen, wenn Sie einen einzigen Muffin aufbacken wollen, obwohl die Microwelle mit Grill nur auf eine Aufgabe wartet.
Frauen animieren andere, Pullover anzuziehen, wenn ihnen kalt ist.

Frauen beschweren sich dann über die Energienachzahlung, Schröder im Aufsichtsrat der Ostseepipelinegesellschaft und über den Krieg im Irak.
Frühstück. Der Rest kann mir gestohlen bleiben.

Sonntag, Oktober 15, 2006

Auf dem Sprung

Gerädert. Völlig fertig. Auf dem Zahnfleisch. Die Welt in einem schwarzen Loch. Auf dem Kopf. Gefallen. Gestellt.

Auch wenn der Testosteronspiegel nach der Geburt des Kindes bei mir um 30% abgesunken ist, und dafür ein Hormon produziert wird, das die Milchproduktion begünstigt, eine gute Mutter werde ich dadurch wohl nicht. Ein paar Nächte habe ich nun mal probiert, aufzustehen und zu füttern, wenn das Baby schreit. Augen verklebt, Füße noch im Schlaf, Kopf umstellt von weinenden Sirenen. Muss natürlich immer erst die Milch warm werden. Minuten. Die Milch wie eingefrorene Zeit. Mitten im Sprung kein Spaß. Kriechen unter einem Schrottplatz. Ein Selbstversuch, zu testen, wie tief doppelspurige Augenringe werden können. Hut ab vor den Müttern, ich bin gescheitert. Und morgen dann noch Impfungen oben drauf. Es gibt keine Hoffnung.

A head to put dope in.

Freitag, Oktober 13, 2006

Keine Zeit keine Zeit keine Zeit

Ich kann´s nicht mehr hören. Dieses Gequatsche von "ich hab keine Zeit". Wer will, der kann auch. Der, der nicht will, hat sich halt anders entschieden.

Aber wie das so ist, wenn man nicht die adäquaten Antworten gibt, die der Gruppe gefallen: Man fliegt raus.

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Wunsch zum grauen Herbst

Kaum mache ich hier mal drei Tage etwas sanftmütigere Artikel, brechen mir die Leserzahlen weg. Da gibt es nur einen Pfad aus der Krise: Schluss mit Heiteitei! Ende mit Kuschelmuschel! Weg mit der Grundspannung, weg mit der Anspannung, weg mit der Selbstzerstörung, dieser Nagel im eigenen Fleisch. Weg mit den Schmerzen, weg mit den Wünschen, der Hoffnung. Weg mit Erwartungen, Missachtung und Angst. Weg auch mit Aufregung und Nervosität. Weg mit allem, was mich kaputtmacht, weg mit mir selbst!
Ficken.
Ficken.
Ficken.

Wein Achten!

Die Überschrift steht schon...

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Der Nullibär hat´s schwör

Da steh ich nun, rausgeputzt und gut verarbeitet, süß designed und in gutem Futter. Ich schaue aufmunternd und will spielen. Konnte ich ahnen, welches Schicksal mir zuteil werden sollte? Immer in Bewegung, wenn andere wollen. Von fremder Hand gegriffen, rücksichtslose Sabberhand. Dann gequetscht, benuckelt. Man kaut auf mir herum, trotz Ökosiegel. Bei Bedarf rollt man quer über mich drüber oder bleibt gleich auf mir liegen. Und immer wieder die Angst, gefressen oder in Sabber aufgelöst zu werden. Statt Dank wird man angeschien. Oder heiß durchgewaschen. Oder achtlos in die Ecke geworfen, das Gesicht nach unten. Habe ich mich ein wenig erholt, geht das Spiel von vorne los. Es ist nicht mehr witzig. Den Wetterwechsel zur dunklen Jahreszeit im grauen Oktober werde ich kaum überstehen.

Geldanlage

Bald werden die Spamfilter die Macht übernehmen. Sind die eigentlich schon an der Börse?

Dienstag, Oktober 10, 2006

Drei Farben Blau

Schon als kleines Kind fand ich den Hyazinthara total Klasse. Ich wollte immer so einen haben. Dafür wollte ich sogar regelmäßig arbeiten gehen, später, wenn ich groß wäre. Ich blieb im Zoo stundenlang vor seinem Käfig stehen und versuchte, mich mit ihm zu unterhalten. Nach eigenem Empfinden mit Erfolg. Wo andere Kinder von ihren Kindern auf dem Spielplatz abgeladen werden konnten, stand ich vor der Voliere des großen Blauen. Ich brachte ihm sogar Erdnüsse mit, die er mit seinem mörderischen Schnabel sanft aus meinen verschwitzten Fingern nahm.

Jetzt ist er offenbar vom Aussterben bedroht. Weil er so schön ist.

Montag, Oktober 09, 2006

Man kann Städte lieben oder hassen. Genauso wie die Menschen, aus denen sie sind.

Die Geschichte vom Ringkissen

Wäre schnell erzählt. Aber nö. Abgelehnt, jawohl.

Grüne Hölle Hasenwinkel. Zwei Mücken wollten Hochzeit machen... Zwei? Nein! Eine ganze Horde bösartiger Mücken, wobei Horden sich durch den Zusammenschluss mehrerer Schwärme auszeichnen, hat meine Halsschlagader unter Dauerattacke gesetzt, so dass ich jetzt schief gehen muss. In puncto Naturheilung durch Aderlass bin ich mithin mit einem vollen Konto ausgestattet. Nun hat er also geheiratet, mitten im Osten, und mitten im Wald, mitten im Mückentruppenübungsgebiet. Schön war das. Nur Family & Friends. Und nicht nur Chirurgen.

Und kaum nimmt dieser Post mal richtig Fahrt auf, ist er auch schon wieder zu Ende. Wände auf der Literaturautobahn, unzerbrechlich.

Freitag, Oktober 06, 2006

Reality Web 3.0

Logbucheintrag DComm System & Son:

Kühlschrank
von Nr. DE 08110815 meldet bereits den vierten Schokoriegel diesen Monat, Ausschluss aus der Krankenversicherung für Kreislaufkrankheiten vermerkt.

Logbucheintrag Maut System:

Nr. DE 06884417 weicht von üblichem Arbeitsweg ab. Bestätigung durch das alte Parkautomatsystem. Vermerk wegen unautorisierter Energieverwendung ausgeführt.

Logbucheintrag DComm System & Son:

Feldüberwachung meldet ungewöhnliche Aktivität Nr. DE 19993001: Identifiziert als ungenehmigte sportliche Aktivität. Anweisung an Sicherheitssystem: Alarmbereitschaft.

Logbucheintrag Ami Pro Ex 2.0:

Kritischer Eintrag ins Blog gefährdet Meinungshoheit. Anweisung an Sicherheitssystem: Religionszugehörigkeit und sexuelle Auffälligkeiten überprüfen. Nr. DE 06711135 in Gewahrsam nehmen und bei Bestätigung verschiffen.

Logbucheintrag Maut System:

Bei Überprüfung Nr. DE 06884417 overflow abweichendes Verhalten festgestellt. Anweisung an Sicherheitssystem: Eintrag mit Nr. in die zentrale Datei, bei nächstem Verstoß kostenpflichtige Eskorte für vier Wochen, Abbuchung.

Logbucheintrag Zentrale Datei:

Bewertungssystem Kind kommt zu dem Ergebnis, dass das Neugeborene Nr. DE 90082212 mehr Kosten als Nutzen bringen wird. Abgabe Datensatz an zentrale Verwertungsstelle.

Logbucheintrag DComm System & Son International Beta:

IP-Tracer V3.0 Beta meldet Versuche von Nr. DE 55005119, indexierte Bücher aufzufinden. Popup mit Aufklärung über die Folgen verschickt. Vermerk abweichende Internetaktivitäten.

Logbucheintrag DComm System & Son:

RFID-Implantat Nr. DE 19993001 meldet Herzstillstand. Anweisung an Sicherheitssystem: Prüfung, ob Nr. DE 19993001 seinen Chip entfernt hat. Bei Bestätigung Militärtribunal.

Lausi

Noch zwei Monate bis Nikolaus.

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Mal auf Arbeit.

Man kennt das ja. Ich sitze auf dem Stuhl vor dem Monitor, völlig gefesselt von einem Text. Eigentlich müsste ich auf Toilette, aber der Text ist noch nicht zu Ende. Also halte ich mich schief und kneife die Pobacken zusammen. Damit die Worscht nicht Streifen zieht oder flöten geht. Dieselbe ihrerseits drückt zunehmend von innen, so als ginge ihr ihr eigener Geruch auf die Nerven und als wollte sie deshalb an die frische Luft. Ich drücke also noch heftiger dagegen und krümme mich auf meinem Stuhl.

Endlich ist der Text ausgelesen, das laute Lachen unterdrückt, will ich die Last der Mast entsorgen. Doch leider kann ich nicht aufstehen. Jede Bewegung würde zum bitteren Ende führen. Ein Dilemma. Völlig verkrampft warte ich, dass sich die Lage irgendwie entspannt. Nur wie? Der Flur guckt schon komisch.

Für sachdienliche Hinweise bin ich zunehmend dankbar.

Montag, Oktober 02, 2006

A mirror to the moon

1991 war ein schwieriges Jahr für mich. Ich hatte gerade die erste Zeitsprungerfahrung hinter mir, wachte am Strand auf mit einem Fuß im Wasser und den Körper über und übervoll bemalt mit Sonderzeichen, wusste nicht, was passiert war, mir fehlten einfach ein paar Stunden. Und dann ging es weiter Schlag auf Schlag. Roy Black, Freddy Mercury und Klaus Kinski starben noch im auslaufenden Jahr. Mit einem Mal schien das Fundament meiner Jugend auf Sand gebaut, umspült vom Meer, das meinen Fuß wollte, vielleicht sogar den Rest. Erst später begriff ich, dass das Meer überall das gleiche war.

Und heute? Heute kommt endlich mein Kaffeevollautomat.

Alles gesagt.

So wäre es an der Zeit, sich darauf zu einigen, das Eigene mit dem anderen zu verteidigen. Wer seinen orthodoxen Glauben erhalten will (ob Muslim, Jude oder Christ), muss mit dem Atheisten gemeinsam für eine säkulare Ordnung ringen - denn nur in diesem geschützten Rahmen lassen sich die religiösen Verschiedenheiten leben. Wer seine Ungläubigkeit erhalten will, muss mit dem Religiösen für die Glaubensfreiheit streiten, denn nur so lässt sich die Vielheit der Lebensformen aushalten. Wessen Glaube abweichende Überzeugungen nicht ertragen kann, der ist nicht gefestigt im Glauben. Wessen Atheismus traditionelle Gläubigkeit nicht ertragen kann, der ist nicht frei von Orthodoxie. Wessen Feminismus gläubige Frauen nicht akzeptieren kann, der ist nicht für die Selbstbestimmung der Frau. Wessen Toleranz nur die Toleranz Gleichgesinnter meint, der ist nicht tolerant. Wessen Glaubensfreiheit nur den eigenen Glauben meint, der gestattet keine Freiheit. Wessen Überzeugung keine Kritik aushält, der hat keine guten Gründe für die eigene Überzeugung. Wessen Selbstbild sich nur mit Beleidigung anderer stärkt, der traut sich nicht viel zu.

(aus: Entlarvt die Ideologien!)

Genau das Richtige für Brückentage. Zitieren und Füße hoch.

Samstag, September 30, 2006

Blick auf´s Meer, XXL away

Ich war damals schon einer von denen, die oft die Zeit verloren haben. Eigentlich habe ich ständig geheult, in mir drin. Geweint. Oder mehr gequengelt. Und gewütet.

Sauerei. Da strotztquält man sich vier Wochen durch drei Vorstellungsgesprächsrunden, es läuft excellent, man fühlt sich so wohl wie nie, der GF die ganze Zeit auf der gleichen Wellenlänge, nickt, genau das will ich machen, und plötzlich kommen unverständliche Laute durch´s Telefon, wie in einer Weltraumsprache durch dickes Eis, und am Ende hat der GF noch nicht einmal die Eier, es einem selbst zu sagen: "Tut mir leid, KleinesF, das wird erstmal nichts, wir haben gerade ein anderes Unternehmen übernommen, und die Vakanz wird deshalb vorerst nicht besetzt." Hä? Was? Hatte man mich nicht gerade wegen meiner Führungserfahrung im Beteiligungsmanagement und der abgewickelten Integration von übernommenen Unternehmen haben wollen? Ich bin über 30, aber ich bekomme immer noch Pickel. Dabei hatte ich mir die passende Bude schon ausgesucht. Verdammt.

Na ja, wäre auch etwas großkotzig gewesen.

Nein, ich rufe da nicht an und pöbel rum.

Freitag, September 29, 2006

Donnerstag, September 28, 2006

Nillenkäse im sauberen Ohr

Gerade durchschlug mich ein altes Gefühl, das ich eigentlich gut vergraben hatte. Ich wurde stocksteif, überall. Peinlichkeit. Ich habe mich daran erinnert, wie mein Vater, der es bis dahin gut 15 Jahre geschafft hatte, sich gänzlich aus meiner Erziehung herauszuhalten, mir eines Tages am Frühstückstisch mitteilte, er hätte sich am Morgen diesen weißen Belag von der Eichel entfernt, und dass man das regelmäßig machen sollte, denn es wäre Krebs erregend. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mein Vater direkt danach für seine Äußerung von meiner Mutter gelobt wurde. Danach gab es allerdings eine seltsame Spannung zwischen den beiden. Ich war völlig verwirrt, mir war´s einfach nur peinlich. Und die darin verborgene Unterstellung meiner Mutter (denn die beiden hatten sicherlich vorher darüber gesprochen), ich würde mich nicht regelmäßig oder nicht gründlich genug waschen, machte mich einmal mehr wütend (zumal sie das wohl kaum wissen konnte, selbst wenn es so gewesen wäre).

Daran musste ich gerade denken, als meine Mutter meinte, die Ohren des Babys seien nicht sauber. Peinlichkeit und Wut kamen wieder hoch. Ein Leben für die Familie aus den Henkel-Werbespots.

Stammtisch

Verstehe ich das richtig, dass man nach den neuen Vorschriften jetzt seinen Job kündigen und in eine neue Probezeit muss, wenn der nicht genug bringt?

Mittwoch, September 27, 2006

Laufsteg.

Entenarsch. Ich wohne bekanntlich am Park, und mein Lieblingsplatz auf einem Kissen ist die breite Fensterbank, von dem ich den Joggern zugucken kann. Die Laufstile verraten viel über die Menschen, was aber nicht Thema sein soll. Gerade lief eine kleine Blondine vorbei, die mir im Park schon mehrfach den Weg gekreuzt hat, und die ich hübsch und interessant fand. Bis gerade eben. Denn ihr Laufstil ist der eines unwuchtigen, pfeifenden Brummkreisels, sie reißt mühsam die Arme hoch, schlägt den geschminkten Kopf hin und her, ihre Schritte sind schwer und stampfend. Die ganze Sympathie von Wochen mit einem Schlag dahin. Laufen kann ansonsten schöne Menschen in hässliche Enten verwandeln, und in der anderen Richtung Durchschnittstypen in strahlende Dynamiker.

Update: Ich habe mich überwunden und bin selbst gelaufen. Keine Ahnung, wie es ausgesehen hat, in dem alten Trainingsanzug mit den zu kurzen Hosenbeinen. Mit der keuchenden Zunge. Aber ich bin völlig fertig. Das hat einfach nur gut getan.

Dienstag, September 26, 2006

Allerwelts Daten

Wir wollen doch, dass der Datenschutz nicht ausblutet. Mitmachen.

Gesundheit?

Der Zusammenschluss zwischen separatistischer bayrisch-katholischer Partei und CDU im Bund bei gleichzeitig räumlich divergierender Interessenvertretung scheint mir langsam sowohl das Demokratieprinzip als auch das Sozialstaatsprinzip zu unterminieren. Man sollte über eine Aufhebung dieser Spielwiese nachdenken.

Redeverbot

Wenn ich schon nicht mehr googlen sagen darf, möchte ich wenigstens noch wikipediensen.

Montag, September 25, 2006

Drei flinke Finger

1. Ein Mann muss. Und wenn er es nicht selber hinbekommt, spielt er den Paten. Ersatzweise bastelt er sich ein Muscheltöpfchen.

2. Ich brauche keinen Duden. Ich gebe verschiedene Schreibweisen eines Wortes bei Google ein, und welche Variante die meisten Treffer hat, ist die richtige. Rechtschreibbasisdemokratie.

3. Der Erfolg der Serie Navy Criminal Investigative Service beruht zu einem guten Teil auf der Wahl des Namens "Dinoso".

Donnerstag, September 21, 2006

Mittwoch, September 20, 2006

§ 185 StGB, RVG, Arschloch.

Gerade an dem hochgekochten Fall Steinhöfel gegen Rainersacht kann man sehen, dass es schwer ist, ein immaterielles Gut wie "Ehre" in einen Streitwert zu übersetzen, an dem sich das Anwaltshonorar orientiert. Wenn ich in solch einem Fall nach billigem Ermessen einen Streitwert festlegen sollte, müsste ich ganz tief in mich hineinfühlen, wie sehr die Beleidigung mich in ihrer Gesamtbetrachtung trifft, und dafür einen passenden Wert finden. Dabei würde für mich persönlich gelten: Je unintelligenter die Beleidigung, desto höher würde ich den Streitwert ansetzen. Denn über eine intelligent formulierte Beleidigung freue ich mich zumeist eher, rein sportlich betrachtet.

Da so eine Festsetzung viel Übung erfordert, möchte ich jetzt von jedem von Euch eine auf mich gemünzte Beleidigung hören, und ich lege Euch dann einen Streitwert dafür fest.

Dienstag, September 19, 2006

Gesellschaftssatire auf EPO.

Das Fitness Studio an sich ist ja schon ein komischer Bezirk. Hinter Beton und Glas eine andere Welt. Bunt. Geschminkte Sportler, die nicht ins Fernsehen wollen. Man differenziert hier Muskeln.

Da gibt es diejenigen, die mit elektronischen Messgeräten am Arm und mit Kopfhörern im Ohr herumlaufen, meist mit verachtendem Blick, vermutlich aber mit kaum einem Blick auf sich selbst. Vorrang hat die Datenauswertung. Leistung!

Dann ist da die Fraktion Wasserstoffblond, gestraffte Figur, dezent Rouge aufgetragen, und das Gesicht immer ins rechte Licht, Blick leicht entrückt aus Freude über sich selbst. Verderben einem langsam aber sicher die Freude am Blick auf einen hübschen Hintern, wegen dem Drumherum. Hohl.

In meiner Muppetshow tauchen auch gerne diejenigen auf, die vor Kraft nicht gehen können, hinter den Augen schwappt der Hormonspiegel. Muss irgendwie zur Sucht werden, die Arme zu Beinen zu machen. Meistens Männer, entweder sehr aggressiv oder schafsfromm. Auf die Frage seines Trainingspartnern, was er gerade denke, antwortet er, er denke nicht.

Gelegentlich im Rudel tauchen die alternden Frauen auf, meist in teuren Klamotten, tratschen lautstark über die Jungs auf der Baustelle oder Shopping in Hamburg. Die eine oder andere Skalpelbehandlung haben sie sich schon geleistet. Warum, kann niemand verstehen. Oder alle.

Dann ist da noch Porno-Paul. Seine teilergraute Brustbehaarung quillt oben aus dem bunt bedruckten Neondress, als wolle er die Tour de France gewinnen. Beim Bankdrücken. Keine Ahnung, was er sonst so macht. Oder was er seiner Frau erzählt.

Und zu guter letzt, zum Glück nicht unterrepräsentiert, die viele Normalos: Breiter Arsch, altes T-Shirt, schwitzen, mühen sich ab, schauen gequält. Schimpfen wie die Rohrspatzen, aber leise nach innen. Sind bestimmt gut zu vögeln.

Montag, September 18, 2006

Schon was bemerkt?

Raschel. Raschel. Raschel. Angeblich führt der viele Laubfall im Augenblick dazu, dass die Erde sich etwas schneller dreht, so wie eine fette Eisläuferin, die die Arme anlegt, um ihre Pirouette zu beschleunigen. Mir ist schon ganz schwindelig.

Tatsächlich kämpfe ich seit Tagen mit Kopfschmerzen und einer Entscheidung, die ich nicht gänzlich selbst in der Hand habe. Ich habe Milch in der Kopfnussschale. Ich brüte etwas aus, tief im Hinterhirn, wo die Hände nicht hinkommen. Als Druckventil nimmt der Kopf auch noch den Magen in eiserne Umklammerung, die Reizleitungen sind auf Überlast. Der Rausch-Signalabstand geht gegen Null. Nicht Normal-Null. Nicht schwarze Null.

Vermutlich würde es helfen, hier wie sonst alles auszuposaunen, rauszututen, den drohenden Zeitsprung auszumalen, in grellen Farben, Schicksalsgelb und Schwarzlochschwarz. Und zum Glück ist das Geruchsblog noch nicht erfunden. Denn Pech und Schwefelsäure würden die Note des Parfüms bestimmen, mit dessen Hilfe ich meine bisherige Welt auflösen werde.

So ganz nebenbei, lieblich und doch kraftvoll wuchs es, verstärkte seinen Strahl, wandte sich der Zimmerdecke zu, und ließ bald keinen anderen Ausweg mehr als nur nach vorn. So kam der kleine Quell ungebremst zum Sieg, und treibt mich weiter vor sich her. Wenn ich jetzt aufhöre zu schwimmen, saufe ich ab. Deshalb muss ich fliegen.

I´ll keep you informed.

Hamburg

Hab´ Karten für Hamburg, 24.11.

Samstag, September 16, 2006

Uhrwerk

Ich wache auf. Meine Schlafzimmerdecke ist Orange. Ein kräftiges Orange. Ich komme ins Grübeln. Orange, die Mische aus Rot und Gelb? Seh nur ich das so, oder ist sie tatsächlich Orange? Keine Ahnung, vielleicht sehen ja alle anderen etwas anderes. Oder haben alle sich darauf geeinigt, dass das, was man da sieht, Orange ist? Hatte ich mich schon damals gefragt, in der Schule, so beim Wegträumen zwischen Meldung und Klobesuch: Ist die Tafel wirklich Grün? Oder sieht da jeder was anderes? Ist es einfach so, dass es Grün ist, wenn viele daran glauben, dass es Grün ist? Grün oder Orange! Ist es mithin so, dass etwas immer dann existiert, wenn viele Leute daran glauben? Könnte demnach auch etwas Gutes existieren, wenn viele Leute an das Gute glauben, das GUte tun? Und könnte Gott existieren, wenn viele Leute daran glauben würden, dass es Gott gibt? Also wenn, ja wenn, dann hätte er schon alle Hände voll damit zu tun, dafür zu sorgen, dass an Schlafzimmerdecken alles seine Ordnung hat und keine komischen Farben draufgestrichen werden.

Freitag, September 15, 2006

Donnerstag, September 14, 2006

Testosteronpflaster

Ich würde gerne mal ein Haus selber bauen. So nach und nach. Mal lesen, wie man Beton mischt und eine Grundplatte gießt. Mischer ausleihen, große Maschinen bedienen (man braucht doch ne Hilti!). Vorher gucken, wo man Löcher lassen muss für Strom, Gas und Wasser. Rumbuddeln. Mich mit Dreck besudeln. Jeden Tag ein paar Steine aufeinandersetzen. Planen, Messen. Dämmung einziehen. Dazwischen mal ein Bier. Bretter zusammennageln, Ziegel ineinanderschichten. Richtfest feiern mit Landjäger. Hier mal was verlegen, da mal was verputzen. Leitungen verlegen, mit dem Schraubendreher nachprokeln. Schächte ziehen. Hier und da. Fenster, Küche, peng. Und im Bad natürlich endlich die kleine Eisbärfliese einbauen, die ich mir mit 14 gekauft habe.

Leiht mir jemand ein Grundstück am Wasser?

Mittwoch, September 13, 2006

Nächte mit Blechfresse

Pah. Eigentlich war ich in Wirklichkeit Deutscher Pacman-Meister. Aber die haben mein Bildschirmfoto damals nicht anerkannt, weil der Zähler bereits über die Null rübergesprungen war. Für Centipede allerdings meinen postruhmen Respekt.

Runs all in the Family

Brot - Wurst - Käse. Papa isst seine Kartoffeln lieber gepellt. Wir pellen aber nicht, wegen der Mineralstoffe. Rosado sind mir am liebsten, die Kleinen. Dann muss er halt mal selbst pellen. Ne, kauf mal Linda, ich geb dir auch das Geld. Nein nein, ihr seid eingeladen, bei uns bringen Gäste nichts mit. Selbst pellen? Wie sieht das denn aus? Suppe. Ich könnte ne kräftige... Nein, Steinbeisser auf Mangold. Was? Ach. Sowas bekommt man hier gar nicht...

... ich kann heute nicht wirklich mithalten. Bin mit der Nordsee beschäftigt. Lest lieber den sich anbahnenden Familienkrimi beim Schnittchen.

Montag, September 11, 2006

Füße in der Mitte zusammen

Ich war beim Babyschwimmen! Ha! Bei YouTube wär´ der Film Millionen Dollars Wert, aber Ihr kriegt ihn nicht. Google kriegt ihn nicht. Niemand kriegt ihn. Niemals. Noch nicht.

Skandal: Letzter Sommerabend versaut!

Je länger der Korken, desto besser teurer der Wein.
Coca Cola doesn´t do the justice she enjoys...

World Trade

Heute vor fünf Jahren stand ich am Treppengeländer im hochgewachsenen Glas-Stahl-Betonbau einer New-Economy-Firma und meinte zu meinem französischen Kollegen: "Ich glaube, das waren die Amis selbst." Der antwortete leise, mehr zu sich selbst: "peut-être".

Freitag, September 08, 2006

Testprogramm

Stiftung Ökotest hat Gleitmittel getestet. Ich weiß zwar nicht genau, wie, aber am besten abgeschnitten haben Condomi lu:b, Durex Play, Gleitgel Hydas, London Extra Stark, Nature Kiwi, Ritex Gel, Super Glitschi, Sylk und mein Lieblingsprodukt Bioglide.

Bei anderen Produkten wurde zum Teil kritisiert, dass sie Latex angreifen, dass sie mit Formaldehyd konserviert sind, oder halogenorganische Verbindungen sowie andere umstrittende Hilfsstoffe enthalten.

Was man auch wissen sollte: Die meisten Schmiermittel setzen den Spermien auf dem Weg in die Gebärmutter erheblich zu.

Da weiß man, was man hat.

Donnerstag, September 07, 2006

Am Ende trifft der Blick auf Widerstand

Monique, Jaqueline und Chantal offenbarten mir den Zugang zu dem Aphorismus "Licht am Ende des Tunnels".

Mittwoch, September 06, 2006

Iss lecker!

Für die letzten Sonnenstrahlen auf der Dachterasse empfiehlt sich verköstlichend ein Mozzarella-Mango. Statt des abgegriffenen Tomate-Mozzarella einfach Mango einschichten. Haut rein!

(Quelle: DickesF)

Dienstag, September 05, 2006

Wir sind Telemedien!

Als Herzstück des Elektronischer-Geschäftsverkehr-Vereinheitlichungsgesetzes wird derzeit an einem neuen Telemediengesetz gearbeitet, in dem das Teledienstegesetz, das Teledienstedatenschutzgesetz und der Mediendienstestaatsvertrag aufgehen. Dazu wird auch der Rundfunkstaatsvertrag geändert.

Klargestellt wird, jedenfalls nach dem bisherigen Entwurf, dass die allgemeinen Informationspflichten, besser bekannt unter dem Begriff Impressum, nur für Telemediendienste gelten, die in der Regel gegen Entgelt erbracht werden. Womit wir nicht kommerziellen Blogs von der Pflicht ausgenommen würden.

Des weiteren soll es eine Regelung gegen Spam geben. Dieser nicht ganz neue, aber überaus ritterliche Gedanke stößt in seiner Wirksamkeit selbstredend auf Grenzen, da über 90% der Spammails aus dem Ausland kommen und daher nicht effektiv mit einem nationalen Gesetz zu bekämpfen sind. Da man also mit einer solchen Regelung nur die heimische Spam-Wirtschaft treffen würde, könnte die Regelung einmal mehr in letzter Sekunde aus dem Gesetzentwurf fliegen. Wir werden genau hinschauen.

Partizipationsforschung

Tag der Selbstfindung.

Montag, September 04, 2006

Stöckchenmontag

Von Frau Wortschnittchen, der Grande Dame der deutschen Gegenwartsarroganz, bekam ich ein Stöckerl, das direkt in die Tränendrüse gedrückt wird:

Bei welchen Filmen packe ich vorsorglich eine Packung Taschentücher ein?

1. Winnetou III:

Ich kann ihn nicht sterben sehen. Schon, wenn ich diesen Film in der Fernsehzeitung sehe, muss ich das Heft zuklappen.

2. Schindlers Liste

Nach diesem Film fühlte ich mich eine Woche mies. Ohne weitere Worte.

3. Sieben

Dem Kopf im Karton entkommt meine Tränendrüse nicht.

4. Bambie

Der Klassiker nur der Vollständigkeit halber. Ich kann auch bei Navy CIS heulen, aber anders.

Ich werfe dieses Stöckchen weiter an Sir Dregan, Undundund und Die kleine Anja.

Sonntag, September 03, 2006

Dösbaddel Hip Hop

Mein Nordseewochenende:

Morgens um sieben, ich kriech auf´n Deich, was seh ich da? Watt!
Morgens um acht, ich steich auf´n Deich, was seh ich da? Watt!
Morgens um neun, die Zeit bleib´ ne steun, das Watt ist noch da, Watt!
Mittags um eins, ich glaub da is keins
Meerwechmehr in Sicht, das Wasser ist da, es schäumt die Gischt, watt? Watt? Watt?
Das Watt is wech, das Wasser ist da, die Fische schrein Hurra, drunter ist Watt, watt!
Abends um acht, die Party ist vollbracht, das Wasser macht rein, so soll´s sein, das Watt. Auch der Wattwurm, macht fröhlich Wattboarn, mitten im Watt, Watt!
Abends um neun, rauf auf´n Deich, die Krebse lauf´n links. Mal gucken watt Watt so macht, watt Watt so macht.
Watt is wieder da, Sicht is hurra, ich geh Krabbenpuln.

Donnerstag, August 31, 2006

Evolution, verkürzte Darstellung

Früher war die Welt ja noch leer. Öd und leer. Da gab es fast gar nichts, nicht mal Familientherapie. Oder Liebe. Dabei wäre das dringend nötig gewesen, dass die sich rechtzeitig entwickelt hätten. Dann hätten wir den ganzen Schlamassel nicht, müssten uns nicht jeden Tag gegen uns selbst aufbäumen und könnten uns um was anderes kümmern, z. B. ums Glücklichwerden.

Meine Familie könnte eigentlich einem Psychologielehrbuch entsprungen sein. Der ältere Sohn versucht, wie sein Vater zu werden, übernimmt dessen Gestiken und Verhaltensmuster, insbesondere und fatalerweise auch die zur Konfliktbewältigung, studiert sogar das gleiche. Versucht sein ganzes Leben, die Zuneigung, Unterstützung und Anerkennung seines Vaters zu bekommen. Der Vater ist aber leider unfähig, Zuneigung oder Anerkennung auszudrücken, zieht sich auf die Versorgung mit Geld zurück, ist leichter für ihn. Denn er ist schonmal verletzt worden, hat im Krieg seinen Bruder verloren. Führt dazu, dass der seinem Vater folgende Sohn gelegentlich Geld als einzigen Lebenszweck sieht und nächtelang darüber Sorgen wälzt. Pech für den Älteren, der sich als zeitweise depressiver Querschläger entpuppt, in sich selbst gefangen.

Das jüngere Geschwisterchen geht, weil es den Highway to Hell des Älteren rechtzeitig erkennt, andere Wege, erfüllt stattdessen die andere Pflicht, das Leben, dass die Mutter sich immer gewünscht hat, studiert das, was sie immer gern wollte, versucht ihre Anerkennung und Liebe zu bekommen. Die stockkonservative Mutter ist aber leider unfähig, etwas anderes als kontrollierende, klammernde, erdrückende Liebe auszudrücken. Und zwar mit Geld. Geld ist ihr Kontrollmittel der Wahl, und sie ist zufrieden, so lange es halbwegs klappt. Sie kann nicht anders. Ihr Leben ist der Kampf, sie muss sich behaupten, muss sich durchsetzen. Wie damals, gegen viele Geschwister und einen brutalen Vater. So spielt die Mutter sogar ihre Kinder gegeneinander aus, die sich beide sehr über Job und Geld definieren. Den Trick hat sie von ihrer Stiefmutter. Sie hofft, durch ihre Kinder zu leben, aber sie weiß nicht wie. Auch dieses Geschwisterchen hat keine Chance: Entmutigt, konservativ und wütend überschreibt Mutters Lieblingskind seine Seele einem Verein, der für Geld tötet.

Auch das Verhältnis zu Geschwisterchens Bruder ist nicht immer einfach. So kämpft es lange gegen den viel älteren an, misst sich mit ihm, bis es einen Weg findet, ihn auszustechen. Doch der Ältere nimmt ihn gar nicht als Gegner wahr, denn Kampf interessierte ihn nie. Was das Geschwisterchen noch wütender macht, denn auch hier bekommt es wieder die eigentlich verdiente Anerkennung nicht. Weil der Ältere Anerkennung nicht ausdrücken kann, wie der Vater, der bis heute auf einen falschen Thron gehoben wird, und der sich immer raushält.

Ich habe gerade erst angefangen zu lernen, und der Weg nach Süden ist noch weit. Komm heil wieder, Wildgans!

Umlandus Nullundus

Aus Berlin kommt man nicht so richtig raus, wenn man erstmal drin ist. Ein Grund mehr, es sich drinnen gemütlich zu machen. Einen Beitrag dazu leistet jetzt das erste offizielle Berliner Geräusch.

Mittwoch, August 30, 2006

Kathrin

Ich fertige gerade einen fiesen Schriftsatz an die gegnerischen Anwälte und möchte gern ein gerade erfundenes Gleichnis mit einer Krabbe verwenden. Ich finde aber keinen Namen für die verdammte Krabbe.

Montag, August 28, 2006

Furnier

Die Tage, an denen man sich über den neuen Ikea-Katalog im Briefkasten gefreut und dies als Ereignis sogar seinen Freunden mitgeteilt hat, sind ja sowas von vorbei.

Man kann nur beurteilen, was man aus eigener Anschauung kennt

Die beiden mit den rosa High Heel Pumps vor der Tür waren keine Zeugen Jehovas.
Nun bringet mir Polkata dar!

Sonntag, August 27, 2006

depressed doodles - klassisches Sammelsurum, aus denen begabtere Leute flugs eine Geschichte gestrickt hätten

Wenn einer eine Depression hat, dann kann er was erzählen.

Ein Tag wie Reißzwecken im Posteingang.

Was sind da bloß für hammer Gewinnspannen auf Stilleinlagen.

Schreibt man "Scheisse" im Internet immer noch verklausuli##+*~@@?

Immer noch keine Wohnung mit Blick auf´s Wasser.

Wenn aus meiner Brust plötzlich Milch käme, würde ich auch komisch werden.

Dass die Leute heute immer noch griesgrämig zu Boden schauen, wenn man sie offen anlächelt.

Das Mitteilungsbedürfnis wird schwermütig, wenn die Kleine mir das Herz aufwärmt und ich nicht davon erzählen kann, weil es immer dieselben langweiligen Papigeschichten sind.

All I want is for you to be happy.

Der einzige Verwandte geht ins Krisengebiet.

Dass die Frauen immer noch den ganzen Tag ihre Schokoladenseite in den Vordergrund drehen müssen, davon bekomme ich einen Drehwurm.

Festzustellen, dass das Knie wirklich nicht zu retten ist.

Wer ein Autokennzeichen mit KI:RK hat, darf nicht fahren wie Janeway.

Lass meine Haare los!

Freitag, August 25, 2006

Einfg Entf Alt

Wenn ich im Text etwas zu oft lösche, bekomme ich zunehmenden Innendruck. Als wenn da noch der alte, drohende Zeigefinger sitzt, der mir sagt: Vorsicht! Wenn Du nochmal radierst, ist das Papier durchgewetzt. Nochmal TippEx, und es sieht unprofessionell aus. Nochmal Killern geht nicht, wir sind schon beim Überschreiber. Das Korrekturband der Schreibmaschine ist teuer.

Sandsäcke, die die nächste Generation nicht mehr haben wird.

Donnerstag, August 24, 2006

Prävention

Wegen der angeblichen Kofferbombenattentate fordere ich ein absolutes Kofferverbot!

Um das Netz besser überwachen zu können, sollte die Bahn ohne Netz an die Börse müssen!

Alte Bärte sind überdies umgehend abzuschneiden!

Mittwoch, August 23, 2006

Ich gestehe!

Das Psychokind hat mir das rotglühende Stöckchen des Geständnisses zugeworfen. Arrogantes Ignorieren wurde ebensowenig akzeptiert wie ignorantes Übersehen. Schließlich solle ich ja Augen und Gewissen am rechten Fleck haben, das Herz sitzt demgegenüber links. Mittig von Oskar aus gesehen. Ich schweife ab:

Ich gestehe also,

- ich habe früher Bank-Deutscher-Länder-50-Pfennigstücke gesammelt.
- ich war mal Atari-Meister.
- ich hatte Sex - mitten in der Woche. Mit einer Frau.
- mein Rennrad war Orange und hatte einen Tacho.
- ich habe vor meinem 18. Geburtstag keinen Alkohol getrunken.
- ich hatte Anfang der Oberstufe einen Koffer mit Zahlenschloss statt einer Schultasche, habe diesen aber binnen eines Jahres in eine Hanf-Jutetasche getauscht.
- ich habe hauptsächlich deshalb das Jurastudium begonnen, weil ich zu meinen Freunden nach Kiel wollte.
- ich wollte mal ins Guinness Buch der Rekorde.
- ich habe im Alter von sechs Jahren meinem Bruder geschworen, immer auf ihn aufzupassen. Hauptsächlich, weil er seine Babyfinger um meinen Daumen gewickelt hatte. In Wirklichkeit ging die Wicklung also andersherum.
- mich berührt der Gedanke unangenehm, dass offenbar Leute bereit sind, für Geld zu lügen, zu betrügen und zu töten.
- ich habe früher mal für meine Mutter Nüsse geknackt und ihr eine ungeknackte untergeschoben. Mein schlechtes Gewissen deswegen ist noch nicht verheilt.
- es ist nicht alles Gold was glänzt.
- mein erstes Wort war "Ball". Ich habe außer "Hand" meines Wissens nach nichts dazugelernt.
- ich stand an meinem 18. Geburtstag unter der Dusche, fühlte mich alt und dachte, mein Leben war zu Ende. Dies wiederholte sich mit dem 30. Beides Mal hatte ich nicht Recht.
- ich bin nicht Schuld.
- ich bin nicht perfekt.
- meine erste Programmiersprache war Logo.
- ich hatte mal eine steile Karriere und fand es kurzzeitig richtig geil.
- mein erstes Kuscheltier hieß Fuchsi.
- ich habe mal ein Stöckchen aus rein masochistischen Motiven ausgefüllt.
- ich könnte diese völlig unproduktive, uninteressante, verblödende Selbstreise noch Stunden fortsetzen.

Ich reiche dieses Stöckchen an Wirres, Don Dahlmann, Burnster, Sebas, Wortschnittchen und Eigenart, bevor der sich noch weglacht (in´ Urlaub).

Dienstag, August 22, 2006

Literarische Explosion, sinnenswandelnd

Ich hatte wieder diesen Traum. Margarithen, Lilien, das alles nicht. In mir brummte es. So stark, dass ich den Kopf festhalten musste. Lackierte Kampfhunde gleiten durch den Schnee. Kein Mensch kann aussehen wie ein Haus, schon gar nicht wie eine Schrankwand. Nähe, die zwei Menschen trennt. Genau wie T-Shirts, in die man, wenn man von unten hineinschlüpft, grundsätzlich verkehrt herum herauskommt - das Schildchen ist dann immer vorne, und man denkt sich, mit einem stimmt was nicht. Ich rollte mir ein Stück gegrillte Karotte in den Mund - Essen auf Rädern. Kunst machen die, Stücke auch, aber keine Kunststücke. Ein öliger Schein lag auf ihren Augen. Ich sah einen Pickel auf ihrer Schulter sitzen wie ein Ufo und grinste frech. Zeit versickerte in meinen Wunden. Ich war so einsam wie der Ostseestrand an verregneten Tagen. Vielleicht war das meine Art, um Anerkennung zu betteln. Probleme werden durch Nachdenken gelöst, aber sie entstehen auch dadurch. Die verschlungene Krümmung zweier Körper.

Wie sieht es eigentlich mit den Planungen für eine echte Blogger-Buchreihe aus? Ich beantrage hiermit Titelschutz für "Mundgeblasen - mein erster Bloggerroman". Zwar ist im Spreeblick-So-wird-2006 noch nicht davon die Rede, warum auch, schließlich haben die nichts damit zu tun - dennoch befindet sich das Projekt seit etwa 99 Wochenenden auf gutem Weg. Keine große Literatur, nur etwas Geschriebenes. In Echtzeit, fast. Hatte ich einfach immer schon Lust zu, genügend Eitelkeit ist vorhanden. Kommt vielleicht auch erst 2007. Wer noch?

Montag, August 21, 2006

Web 2.0 wird wunderschön, wie ich finde.

Kippen

Ich red mir ja schon lange den Mund fusselig. Jetzt scheint es geradezu eine Einladung zum Klagen zu geben. Wäre jedenfalls lustig, mal zu gucken, ob wir noch Rechtsstaat sind. Und wo ich grad dabei bin, diesen Montag, wie lange soll das eigentlich noch so weitergehen, das mit Merkel und so?
Ich fang heute mal schwach an.

Samstag, August 19, 2006

Nach dem Grillen.

Ich sitze auf dem Balkon. Im Dunkeln. Nur ein flackerndes Teelicht beleuchtet schemenhaft mein Gesicht. Ich duke mich in eine Schattenecke. Die junge Frau im hell erleuchteten Fenster gegenüber hat sich gerade die Haare aufgemacht. Extra für mich. Sie sitzt am Laptop, dreht ihre Haare mit den Fingern auf. Proteinspiralen. Ich gucke gespannt. Mein Rücken streckt sich wie eine Bogensehne. Die Füße schwitzen. Meine Knie scharren aneinander. Trotz der Hitze bildet sich Gänsehaut. Die blutige Haut des Jägers. Was sie wohl macht? Wenn wir jetzt in einem Film stecken würden, könnte ich ihr eine Email schicken. Aus der Dunkelheit ins Licht. Sie würde Lächeln und Erröten, wie das Bild hinter ihr. Ich glotze. Ich stelle mir ihre Nackenhaare vor. Halt, einen Schritt zu weit. Es ist schwülwarm, der Schweiß rinnt mir über die Brust in die Hose, unter den Armen heraus in den Rücken, aus den Mundwinkeln. Ich sollte mir ein T-Shirt anziehen, Warzenindeckung. Die Geranien geben mir Feuerschutz. Sie schaut kurz auf, schlägt ihren Kopf hin und her. Sie wirkt nervös, fast verhuscht. Hat sie mich gesehen? Sie blinzelt. Vielleicht ist sie kurzsichtig. Ich puste das Teelicht aus. Und verrate mich vermutlich endgültig, der alte Voyeursack da hinten auf dem Balkon. Sie lächelt und starrt wissend auf ihren Bildschirm. Ich komme mir albern vor.

Ich schaue in die Dunkelheit und suche ein anderes Fenster. Eine alte Frau beim Abwaschen, gekrümmt. Was erwartet sie noch? Die Hitze lastet auf ihren Schultern wie das Leben. Ich pule mir die Brandblase unter dem Fuß auf. Die mir sagte, ich sollte kleinere Schritte machen. Ein anderes Fenster ist plötzlich grell erleuchtet. Ein streitendes Pärchen, man hört´s bis hier rüber. Sogar der Klavierspieler wechselt von Klassik zu Unknown Stuntman. And Clint Eastwood looks so fine.

Ich schaue zurück in das erste Fenster. Die Kleine ist weg. Das Laptop verwaist, das Licht gedimmt. Irgendwo hinten im Zimmer springt jemand rum. Ärger mit Mücken? Ein nächtlicher Überfall? Ich geh rüber und helfe ihr. Nein. Bestimmt nicht. Ich, der Glotzer von Gegenüber. Ach, ihr Freund. Na so ein Glück. Entspannung fräst sich in meine Mundwinkel. Ich zünde mir noch eine Zigarette an und glimme mich in die Nacht.

Freitag, August 18, 2006

Frauen mit Kinderwagen

"Gegen die Klimaerwärmung habe ich nichts einzuwenden; ist doch ein schöner Sommer."

"Woran erkennt man, dass Männer mehr Gehirn haben als Frauen? Da, wo Männer das Gehirn haben, haben Frauen ein Loch."

"Klunschen sind ja jetzt wieder modern."

"Ne du. Spucke ist doch ein schlechter Ersatz für Gleitcreme."


(Aufgeschnappt im Park)

Mittwoch, August 16, 2006

Hat denn niemand einen Feuerkelch hinter sich? Menno...

Sonnenkollektoren

Ich bin ja auch Hobbygärtner wie Mörike. Oder sollte man sagen Hobbybalkoniere. Auf meiner Fastdachterasse wuchert von Lollo Rosso und Erdbeeren über Bockshornklee und weißen Johannesbeeren bis hin zu Ruccola und Vanillie einiges. Vieles wird mangels grünem Daumen, Liebe und Wasser aber auch nichts. Diesmal sage ich jedoch eine segensreiche Tomatenernte voraus. Leider wächst hier kein Büffelmozzarella. Vielleicht nächstes Jahr.

Dienstag, August 15, 2006

Montag, August 14, 2006

Babyschwimmen

Nachdem ich nun gesehen habe, wie viele lustige Kurse es für Babys und Kleinkinder gibt, dachte ich mir, der Kurszettel ist noch längst nicht vollständig:

1. Rock´n´Roll für Babys bis zum 3. Monat

Lernen Sie, nach der Musik von New Model Army und Red Hot Chili Peppers für Ihr Baby zu tanzen, bis es juchzt und lacht. Beziehen Sie Ihr Baby in das Tanzen ein, ohne ihm die Arme auszukugeln. Werden Sie eine glückliche Familie und löschen Sie die unruhigen Nächte aus Ihrem Gedächtnis. Denn ein waches Baby tagsüber ist ein schlafendes des Nachts.

2. Tiefes "W" für Kleinkinder im 2. Monat

Lernen Sie, beim Ausatmen ein tiefes "W" zu tönen, das Ihren Brustkorb in solche Vibrationen versetzt, dass ein Kleinkind, das Sie auf der Brust liegen haben, sofort einschläft. Nebenbei löst sich all Ihr Schleim aus den Lungen. Sie sind nie wieder erkältet.

3. Mütter und Schwiegergroßmütter, alle Altersgruppen

Lernen Sie, die Tipps Ihrer Schwiegermutter hinsichtlich Ihres Babys aufzunehmen und ihr das Gefühl zu geben, dass sie Quark erzählt. Wir vermitteln Ihnen präzise genau das Inselwissen mit pseudoakademischem Begründungshintergrund, das Sie brauchen, um die klassischen Situationen eskalieren entkrampfen zu lassen. Demnächst auch als Aufbaukurs "Richtige Ernährung" und "Kalte Füße".

Das weitere Kursangebot entnehmen Sie bitte den Kommentaren.

Samstag, August 12, 2006

Große Pressekonferenz

Ist die Meinung zulässig, die angeblich geplanten und verhinderten Anschläge von London auf Flugzeuge als reinen Fake anzusehen?

Freitag, August 11, 2006

Hackepeter der Zweite

Am Anfang der Konzeption einer Bewerbung für einen neuen Job steht das Nachdenken. Sinnieren. Was will ich wirklich machen? Bisher kam bei mir da immer "Auf´s-Wasser-Schauen" oder "Da-Sein-wo-Sonne-ist" heraus, also nicht wirklich ein Beruf, mit dem ich mich über Normalnull halten kann. Eigentlich liegt es aber auf der Hand. Jeden Tag, wenn ich aus dem Büro komme, freue ich mich schon darauf, etwas zu zerhacken, etwas zu raspeln, etwas kleinzuschneiden, einzuwickeln, etwas zu filetieren, etwas aufzusetzen, etwas zu kombinieren, etwas zu kreieren. Was sollte ich also tun?

Donnerstag, August 10, 2006

Sex! Mitten in der Woche!

Babystöckchen

Ami hat mir ein echtes Elternstöckchen zugeworfen:

1. War der Nachwuchs geplant?
Der Nachwuchs war erwünscht. Es wurde aktiv und bewusst darauf hingewirkt. Aber planen liegt mir nicht so.
2. Welchen Namen hätte er/sie, wenn er/sie das jeweilige andere Geschlecht geworden wäre?
Die Abstimmung hier im Blog ergab Bjarne, Finn oder Paul. Natürlich hätte ich mich daran halten müssen.
3. Was war der erste Gedanke, als du erfahren hast, dass du Nachwuchs bekommst?
Der erste Gedanke wurde von verschiedenen, hormonell bedingten Zockeffekten, die durch meinen Körper schossen, überdeckt, weshalb ich ihn nicht dokumentieren konnte. Danach kam "Juhu, ich baue ein Kinderzimmer", "Und wie geht´s dir damit?" und "Ist dir übel?" sowie "Die Motorräder müssen weg" und "Ich gehe nicht in ein Reihenhaus".
4. Was machte dir am meisten Kummer vor der Geburt deines ersten Kindes?
Verlust von Freiheit.
5. War der Kummer dann begründet?
Nein. Verantwortung macht Spaß. Derzeit vermisse ich nichts. Und wenn es doch dazu kommt, hat die Liebste Verständnis, Mut und Mittel, zusammen mit mir für Abhilfe zu sorgen.
6. Willst du noch mehr Kinder? Wieviele?
Schwankt. So zeitlich kurz nach wenig erfreulicher Schwangerschaft und Geburt eher nicht. Prinzipiell ist aber nach oben alles offen. Finanzierungsvorbehalt.
7. Dein ultimativer Tipp an alle (werdenden) Eltern?
Gelassen und selbstbewusst auf´s Gefühl hören. Etwas dafür tun, dass man locker und selbstbewusst bleibt. Don´t panic!
8. Wie sind deine nächsten Zukunftspläne?
Die Kleine ist ja jetzt, wo ihr die erste Jeans passt, schon fast aus dem Haus. Da kann ich den großen Urlaub nach Neuseeland, Sydney, Shanghai und die Malediven, auf dem Rückweg Mauritius und Südafrika in Angriff nehmen. Vorher bau ich noch ein Haus am Wasser. Vielleicht miet ich auch lieber erstmal eins - für eine Woche in Dänemark.
9. Wem reichst du dieses Stöckchen weiter?
Mir ist nicht so geläufig, wer hier Mama und Papa ist. Ich reiche mal weiter an Marc793, weil mich die dunkle Seite des Stöckchens interessiert und Singlemama, falls sie es nicht schon hatte.

Mittwoch, August 09, 2006

Geisterreich Ode

Oh Poltergeist.
Oh Werwolf.
Oh El Chupacabra.
Oh Wesen von Khaimah.
Oh Feuerdämon.
Oh Maxine Morris.
Oh kopfloser Geisterhund.
Oh Rufer, Klopfer, Fresser.
Gefangen, gefangen, gefangen.
Der Spuk in meinen Gliedern.
Oh Bestie von Killakee.
Oh Banshee.
Oh hexender Geisterbär.
Oh Vampir.
Oh untoter Zombie.
Oh formwandelnder Aufhocker.
Oh Alp.
Oh Gespenst.
Gefangen, gefangen, gefangen.
Ins Licht fährt die dunkle Gestalt.

(...)

Dienstag, August 08, 2006

Romantisch naiver Kuscheldienstag

Ich bin ja ein Anhänger von Verschwörungstheorien, ohne dass man mich dafür einer radikalen Gruppierung zuordnen sollte. Leider nur leider können Indizien für das eine genauso gefälscht sein wie für das andere, ganz nach Interessenlage.

Auch dies hat mich nicht restlos überzeugt.

Ich frage mich nur, gibt´s noch eine Idee für das große Ganze, dass es allen Menschen besser geht und so?

Montag, August 07, 2006

Planetenfrage

Three fingers in your honeycomb
You ring just like a xylophone
Devoted to the chromosome
The day that you left home.

Mars!

Bembel

Eigentlich hatte ich doch sehr auf den Juli gehofft. Aber in der Rückschau ist´s halt doch nur ein Juli gewesen.

Sonntag, August 06, 2006

Status of Life

In meinem Käse befindet sich eine nicht unerhebliche Menge an Bockshornklee.

Freitag, August 04, 2006

Lieber Kleines

Fett tropft von der Grillbulette ins schneeweiße Brötchen. Alle Sesamkörner haben die gleiche Farbe. Beim Burgergrill sitzen die ewig gleichen Gestalten, so wie ich immer gleich vor der Tastatur sitze, gekrümmt wie eine alte Eiche und gespannt, was aus den Fingern kommt. Gespannt und rauschend. Ich kann zwar nicht schreiben wie Dolly Parton singt, aber dafür muss ich auch auf keine Bühne. Überhaupt muss ich hier nicht blank ziehen, und nicht immer die Wahrheit schreiben - dafür aber wahrhaftig. Ich steh nicht so auf Kämpfe, auch wenn mein Lebenslauf so aussieht. Und nachdem heute morgen Liquid Snow an mein Fenster prasselte, bin ich mit vielen Fragen auf meinem Kopfkissen aufgewacht wie mit Schnodder bei Schnupfen:

Warum bekommen die Hotels, in denen ich frühstücke, überwiegend keinen knusprigen Speck zum Rührei gebacken hin?

Warum tue ich mir das hier eigentlich jeden Tag an?

Vergeblichkeit.
Journalismus
PR
Spaß
Beweglichkeit des Beckenbodenmuskels
Ernst
Todernst
Schwein III
Schlackernde Wurstpelle
Der Freitagstexter an jedem Tag
Kreativität
Eine Beleidigung des guten Geschmacks
Pöbeln und Drauflos
Rin in de Kartoffeln, rut ut de Kartoffeln
Loveparade in Flipflops
Pure Politik
Purer Schwachsinn
Wahnsinn, skandiert
WWWitzig
Ein Impressum im Wind
Unterkandidelt
Unglücklicher Schlüsselbeinbruch
Unten - draußen - überall
Karrieresprungbrett
Community
Sex
Verklemmt
Legitimitätssignalquelle

Donnerstag, August 03, 2006

Diese ganzen Gewitterfliegen und sonstiges Gebrumm, scheissen die eigentlich in die Gegend? Kleine Geschwirrscheisshaufen?

Wissen, X irgendwas.

1. Die Antibabypille sollte ursprünglich unfruchtbare Frauen fruchtbar machen.

2. In Kenia leben Elefanten, die das Geräusch vorbeifahrender Lastwagen imitieren können.

3. Das Hirn der Neandertaler war größer als das des heutigen Menschen.

4. Beinhaare von Frauen wachsen pro Monat etwa 0,635 cm. nur im Sommer ausgerechnet etwas schneller.

5. Im Amazonas leben rosafarbene Delfine. Delfine sind fiese Massenvergewaltiger.

aus Neon

Neue Definition der Urlaubsvertretung

Lobo drüben in bester Form eine andere Liga.

Mittwoch, August 02, 2006

blitze-blatze-blankgeputzt

Gestern wurden meine Ohren massiert. Von einem Kerl.

Im Sommer ist Flaute in den inländischen Hotels wie in Campinos Hose, und da gibt es schöne Gelegenheiten, erholsame Schnäppchen an Land zu ziehen wie Kaptain Iglo seine Fischstäbchen. Also war ich gestern auf Workaholic-Special in einem nett gestalteten Wellnessbereich in einem Hotel, und hatte den ganzen Abend über eine nette, weibliche Bedienung mit fettem Hinterteil, einen Pool mit allerlei Knöpfchen (Gegenstromanlage) und fünf Saunen für mich allein. Noch ein Getränk? Ja und ja.

Wenn ich ganz allein mit mir selbst bin, komme ich auf so Gedanken. Die schlagen dann unkontrolliert Purzelbäume im Gehirn und drängen das Rückenmark runter. Es ist Zeit für was Neues, dröhnt es da. So habe ich die erste Hälfe meines bisherigen Lebens darüber nachgegrübelt, wie das Tomatenmark in diese kleinen, geschlossenen Dosen kommt. Die zweite, weitaus naheliegendere Hälfte zerfaserte ich mir die Fingernägel auf der Suche nach einer Antwort auf den Satz des Kellners: "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!"

Ich will jetzt Teil 3.

Dienstag, August 01, 2006

Stöckchen (Kreisch!)

Frank Parker hat gestern Abend im Deadeye die Welt vor dem Ebolavirus gerettet. Passend dazu bekomme ich gerade ein Stöckchen von Ebola:

Warum bloggst Du?

Vergeblichkeit.

Seit wann bloggst Du?

Die mundgeblasen.de hat seit 1999 bereits eine wildwasserreiche Geschichte hinter sich. Ein Blog ist es erst seit 2005.

Warum lesen deine Leser dein Blog?

Der durchschnittliche Mundbläser ist zwischen 18 und 39 Jahre alt, überwiegend männlich oder weiblich, ist Schokolade, Alkohol und verwandten Stoffen gegenüber misstrauisch, aber aufgeschlossen und hat sich schon manches Mal den Mund verbrannt. Was sollte so jemand sonst tun?

Welche waren die letzte Suchanfragen, über die jemand auf deine Seite kam?

"Softwareherz" und "Medecophobiker". Ich besetze offenbar immer noch nicht die großen Suchbegriffe unserer Zeit richtig. Früher war es wenigstens auch mal "Eva Briegel nackt", "Apfelbrust", "nix glob", "Avokadocreme" oder "Argentinische Ruderente". Aber heute. Nun.

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Grundsätzlich trage ich schwer an zu wenig Aufmerksamkeit. Wenn man sich diese geilen nivaulosen Spaßblogs und deren Leserzahlen so anguckt, dann steht man da als wechselwarmes Befindlichkeits-/Pöbelblog ziemlich missmutig und einsam in der Sommertraufe.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?

500Beine. Letztens konnte man bei einem Preisausschreiben ein Meet-and-Greet mit dem Autor Glumm gewinnen. Ich habe meine ganzen Ersparnisse in die Postkarten gesteckt. Ich weiß aber nicht genau, ob ich die Gewinnfrage richtig beantwortet habe. (Berlin?)

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Es gibt sicher einige, die Stöckchen nicht so mögen. Schließlich erinnert der Begriff auch stark an etwas, was einen nach gezieltem Wurf zum Stolpern bringt. Es gibt aber auch immer einige, die bei Nennung anderer denken, scheisse, warum hat er mich nicht genommen, er geht doch immer so gern auf meine Kommentare ein, hat dieses f mich wieder vergessen. All denen soll dieses Stöckchen ohne generöse Attitude gewidmet sein. There's a reason for the 21st century, not too sure but I know that it's meant to be.

Montag, Juli 31, 2006

Stalaktiten

Ich stehe noch unter Eindruck. Genauer gesagt, unter einem Eindruck. Einem sehr speziellen. Ich habe mir nämlich gerade ein Zäpfchen eingeführt. In den Enddarm. Aus rein medizinischen Gründen, versteht sich. Aber - und es fällt mir schwer, das zuzugeben - ich habe mich dabei erst heute ein Stück mehr kennengelernt. Speziell meine Rosette. Ich wusste vorher gar nicht, dass die so ein Eigenleben führt.

Ich packte das Rettung versprechende Zäpfchen aus seiner Aluminiumverpackung aus, verzichtete entgegen den vermutlichen Anweisungen auf dem Beipackzettel, die ich nicht gelesen hatte, auf eine ergänzende Salbung des kleinen, weißen Torpedos und suchte das zugehörige Loch. Nach einem Prozeß, der sich am besten mit der tastenden Suche eines Besoffenen nach einem Schlüsselloch im dunklen Flur beschreiben lässt, fand ich den richtigen Eingang und drückte. Entgegen der bekannten Drückrichtung. Zunächst sanft, dann etwas stärker, so dass die wallenden Vorhänge des Eingangs nachgaben und der verniedlichte Zapfen sich vorwärts bewegen konnte. Ehrlich, mit ein bisschen Nivea wäre das besser gegangen, aber wer will schon einen gesalbten Po?.

Zunächst dachte ich auch, ich könnte meinen Finger aus der Geschichte heraushalten, und brach die Aktion in der Hoffnung ab, es würde nun genügen. Einmalhandschuhe waren schließlich nicht in der Packung. Prompt setzte meine Rosette aber einen Prozess in Gang, der das wachsharte Teil wieder an die frische Luft beförderte.

Also musste ich mit mehr Esprit zur Sache gehen. Ich drückte den Steßel nun ganz hinein, bis der Finger - welcher war es noch gleich - bis zum zweiten Gelenk verschwand. Gefühltes zweites Gelenk, wie ich betonen muss, gezählt habe ich nicht. Und was tat die Rosette nun? Antwortete mit einer reziproken Reaktion und wollte den Finger gar nicht mehr herausgeben, während ich den Eindruck hatte, das Medikament drängte immernoch postwendend ins Freie. Mit einer Kraftanstrengung, nach der eigentlich ein lautes "Plopp" zu befürchten gewesen wäre, endete schließlich der ganze Vorgang, der mich mir zwar näher gebracht hat, auf den ich aber gern verzichtet hätte.

Nächstes Mal wieder Globuli.

Und morgen ein anderes Mal erzähle ich, was passierte, als ich meine hintere Öffnung in die Gegenstromanlage eines Swimmingpools hielt.

Sonntag, Juli 30, 2006

Auf Speed.

Hodenpflaster? Das dürfte doch eher zu Klöden gepasst haben. Ha ha ha.

Nein. Nach dem Interview mit dem ehemaligen Radprofi Manzano gestern abend im ZDF ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben. Ich kann gar nicht mal erklären, warum ich so geschockt bin, hatte ich doch vorher schon an jedem Stammtisch erklärt, ich gucke die Tour de France sowieso nicht, weil da alle gedopt seien.

Manzano erklärte gestern, es sei unmöglich, die Tour ungedopt zu fahren. Hieße im Umkehrschluss, keiner der Fahrer dort sei ohne verbotene Mittelchen unterwegs. Die Teamärzte und Teams würden einen geradezu unter Druck setzen, dass man die vorgegebenen Sachen einwerfe, sonst sei man draußen. Es gäbe regelrechte Pläne der Teamärzte für Doping, einen angeblichen davon zeigte Manzano auch in die Kamera. Kortison, Wachstumshormone, Testosteron, EPO. EPO führe zu Abhängigkeit und dazu, dass man fahre wie mit einem Gasdrehgriff am Fahrrad. Hinterher sei man sehr ausgelaugt und niedergeschlagen, deshalb würden viele Fahrer Antidepressiva, Kokain oder anderes nehmen. Ein Team habe im Jahr etwa 350.000,- allein für Medikamente ausgegeben. Alle würden den Mund halten, denn es ginge um sehr viel Geld.

Die Kontrollen könne man manipulieren, in dem man sich etwas in den Penis schiebe, das die Probe unbauchbar mache. In das Blutdoping, das schwerer nachweisbar wäre, würden teilweise sogar Verwandte des Fahrers mit einbezogen. Das aufgeflogene Labor mit 200 Blutdopingklienten hätte dazu geführt, dass etwa 56 Fahrer gesperrt worden seien. Und die anderen 144 Kunden des Labors? Das seien Leichtathleten oder Fußballer gewesen. Und das wäre nicht das einzige Labor.

Wirft für mich ein schales Licht auch auf die Fußball-WM, und zukünftig auf jeden sportlichen Top-Wettbewerb. Wenn jetzt hier schärfere Gesetze gefordert werden, dann kommt mir das wie Aktionismus vor, denn in Italien und Spanien gibt es schon solche Gesetze.

Mir hilft da im Moment nur abschalten.

Freitag, Juli 28, 2006

NEUES MERKEL-PR-VIDEO AUFGETAUCHT!

Ehrlich, ich kann die amerikanische Diskussion um dieses Video nicht verstehen. Der Amerikanische Präsident sieht, dass Merkel wieder einmal mit hochgezogenen Schultern und völlig verkrampft über einem Stapel Papier sitzt, macht zwei Massagebewegungen, und entfernt sich. Merkel - wenn man genau hinguckt - versteht es als Scherz und reagiert mit übertriebener Geste, lacht.

Sicher, sollte man nicht machen, wenn die Arbeitsatmosphäre auch noch so locker ist. Persönliche Distanz sollte in jeder Arbeitsgemeinschaft selbstverständlich sein. Und wenn man in einer solchen Führungsposition ist. Aber, ich meine, mein Gott, na und? Amerika diskutiert über sexuelle Belästigung und rät Merkel zur Klage. Herrje.

Ich mache jetzt keinen Diskurs über die kulturellen Unterschiede auf; auch kein Palaver über die Universalität der Gefühle wird über meine Lippen kommen:

Ihr seid dran! Ausdrückliche Aufforderung! Na los doch!

Donnerstag, Juli 27, 2006

Die dunkle Seite.

Derzeit schlafe ich auf der anderen Seite. Das Herz sitzt links, aber ich bin jetzt vorne. Nach vorne raus, denn da ist es nicht so warm. Und die Katzen im Hinterhof, die sich die Dauerrolligkeit mit beeindruckenden Babyschreiimitationen vertreiben, und sich gegenseitig Widerhaken unter die Haut jagen, höre ich da auch nicht. Bislang dachte ich auch, ich wohne in einer ruhigen Gegend. Aber schon die dritte Nacht in Folge gibt es heftige Ruhestörungen. Durch Tragödien.

Im Park vor meinem Fenster findet derzeit die größte Grillparty der Welt in einem innerstädtischen Wildvogelreservat statt. Dies bringt es wohl mit sich, dass sich alle duzen, wie von einem großen deutschen Satireblatt gefordert. Überwiegend Studenten, tagsüber zwischen zwei Standbesuchen gegen Studiengebühren demonstrierend, trinken und feiern im zugeschissenen Teichgebiet. Grillen Schwein I, Schwein II und Schwein III, pure Lust in Wurstpelle. Irgendjemand spielt immer Gitarre, Blowing in the Wind. Die erste Nacht fand gegen halb vier eine Straßenschlacht mit Pfandflaschen statt, die unter Gelächter auf dem Kopfsteinplaster klirrten. Die armen Flaschen. Mein Kopf klirrt heute immer noch leise, wenn ich nur die Augen kurz schließe.

In der nächsten Nacht, etwa um die gleiche Zeit, wurde Musik gemacht. Melodien wurden komponiert. Meisterwerke in einer Runde um den Park. Jemand trat meisterhaft gegen jedes dort parkende Auto, so dass eine Alarmanlage nach der anderen aufheulte, fiepte, tönte und quäkte. Und weil es so schön war, drehte der Komponist gleich noch eine zweite Runde, als ich gerade wieder eingeschlafen war.

In der letzten Nacht nun gab es Zoff. Zwei überrissene Stimmen, sie in hohem Hysterie-C, er in aggressivem Sparriton. Ein Streit, halbschlafend gefühlt etwa eine Stunde lang. Es ging um Unterhalt. Die pure Wut. Er wohl arbeitslos, trinkend, zahlt nicht. Ihre Kleine braucht neue Klamotten, und sie ist auch schon barfuß unterwegs. Aufstampfen geht trotzdem gut. Sie schreien sich an, werfen sich Beleidigungen an den Kopf, schrauben sich höher und höher im Hass. Der Ton wird immer schärfer, die Verletzungen explodieren, die Vorwürfe werden haltloser. Gleich gehen sie sich an die Gurgel, denke ich, erste Drohungen an Leib und Leben sind schon ausgetauscht. Ich robbe zum Fenster, versuche mit verklebten Augen, etwas zu sehen. Der Mond verweigert mir seit Tagen den Dienst, nur verhuschte Schatten sind erkennbar. Vielleicht sollte ich ja die Polizei rufen! Ach was, solche überreizten Beziehungskatastophen gibt es doch schon seit Jahren nicht mehr, du träumst, denke ich mir im Halbwach. Und so was kann dir doch nicht passieren, oder?

Nächste Nacht mache ich sicherheitshalber das Fenster zu.