Freitag, November 13, 2009

Erste Schritte an die Luft

Das ständige Meckern am Kind durch die Erzieher des Kindergartens hat sich gleichsam mit der Verunsicherung des Kindes so zugespitzt, dass wir nicht anders konnten, als den Vertrag mit der Kindertagesstätte außerordentlich zu kündigen. Ich schreibe gerade die Kündigung zusammen, und ich werde bei jedem Satz wütender. Natürlich wütend auf das Personal, dass sich lieber untereinander unterhält, statt den Kindern die nasse Hose zu wechseln. Das uns lieber kritisiert, als sich bemüht, auf das Kind einzugehen. Aber auch wütend über mich selbst, dass ich diesen Zustand so lange geduldet habe und nicht sofort nach einer Woche meinem Herzen gefolgt bin. Nun gilt es also, das Kind sanft in den neuen Kindergarten zu überführen.

Eine offene Erklärung oder Diskussion ist nach meinem Dafürhalten für die Kleine wenig verständlich und führt höchstens zu Schuldgefühlen oder Selbstzweifeln. Deshalb haben wir uns für die Storyline entschieden, dass wir einen ganz tollen neuen Kindergartenplatz haben und da schon immer hin wollten. Den alten Kindergarten wollten wir demnach nur für den Übergang. Außerdem gibt es neue Hausschuhe, neuen Rucksack, neue Brotdose, alles auf Neustart. Mal sehen, ob und wie es funktioniert. Mein Horror ist, dass sich das Kind mit Händen, Füßen und Geschrei gegen das Neue wehrt. So ähnlich, wie eine Frau, die, obwohl sie von ihrem Mann geschlagen wird, in ihrer Ehe bleibt. Das Kind ist am ersten Tag so offen und stolz in den Kindergarten gegangen, das wäre auch für den neuen Kindergarten schön - aber ich glaube, das offene, fröhliche, unbekümmerte Kind müssen wir erst wieder herauskitzeln und aufbauen.

Über die Qualitäten des neuen Kindergartens kann ich noch nichts sagen, der erste Eindruck vom Personal ist jedenfalls sehr gut. Die Schließzeiten sind ungünstiger, in den Schulferien zu, nur bis 15 Uhr auf, weitere Anfahrt, das kostet uns Tausende.

Aber das musste jetzt sein.

Kommentare:

mark793 hat gesagt…

Diese Tausender wird das Kind wenigstens später nicht für den Psychiater oder sonstige Aufarbeitungsmaßnahmen hinblättern müssen. Ich drücke die Daumen, dass in der anderen Einrichtung alles passt.

Anonym hat gesagt…

Das musste dann wohl wirklich sein! Kinder leben ganz und gar im Jetzt und sind offen für Neues, so dass der alte Kindergarten hoffentlich bald in Vergessenheit geraten wird. Ich drücke jedenfalls die dauem, dass die neue Einrichtung ein Treffer ist!

Gruß von hinterm Schlosspark,

Mascha

Jeanny hat gesagt…

Toitoitoi und Glückwunsch zu diesem richtigen wichtigen Schritt. Und ich schließe mich da an: die Kleine wird das besser und schneller verknuspern als Ihr denkt :)