Samstag, Juli 16, 2005

Anders.

Bei einer der letzten Familienfeiern, die ich besuchte, hatte ich mir unumstößlich vorgenommen, nicht nur vieles besser, sondern auch alles anders zu machen. Omas Geburtstag verlief damals etwa so, wie diese Werbung, wo der Alte am Ende des Tisches tront und alle potentiellen Erben ihm versichern, wie lieb sie ihn haben - vermögend im Alter. Nur dass bei uns Oma nicht zuhört, sondern die ganze Zeit mit ihrem Hund redet, und die lieben Kinder - darunter auch meine Mutter - sich gegenseitig einerseits runtermachen und andererseits in Ehrerbietung, Hilfsbereitschaft und KriechertumElternliebe überbieten. Ich war an diesem Tag, obwohl längst über 30, einmal mehr auf die Rolle des bösen Kindes abonniert, das seinen Eltern in den Rücken fiel und mithin ungezogen war. Denn von meiner Mutter aufgefordert, von meinen beruflichen Erfolgen zu berichten, meinte ich nur, dass ich im Augenblick absolut keinen Bock mehr hätte zu arbeiten. Auch der Bericht vom Jamaika-Urlaub war wohl nicht so, wie sie sich den gewünscht hätte. Man konnte mit mir keine Pluspunkte machen.

Mir war das völlig egal, denn ich hatte nie sehr viel für den weiteren Verwandtenkreis übrig - auch redete Omas Hund mit mir schon lange nicht mehr. Die äußere Bockigkeit jedoch verhalf mir zu innerer Ruhe.

Jedenfalls hatte ich schon vorher, aber seit dem ganz besonders, darauf geachtet, dass nichts zwischen mich und meine Schwester gelangt, damit unsere Mutter uns nicht so gegeneinander ausspielen kann, wie es in der vorigen Generation offenbar wunderbar klappt und aufgeht. Auch hatte ich Schwesterherz mehrmals meine Gedanken zu dem Thema mitgeteilt und mit ihr gemeinsam über die Alten und deren törichtes Verhalten abgelästert.

Nach einem neuerlichen Versuch unserer Mutter, uns zu spalten, indem sie in einem Telefonat mit mir ("ich wollte nur mal Deine Stimme hören!") ihren Besuch bei meiner Schwester in den Himmel lobt, und mich fragt, ob ich währenddessen mal angerufen hätte (hätte sie das nicht gemerkt?), natürlich nur, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, rief ich meine Schwester an, um mich wie gewohnt zusammen mit ihr darüber aufzuregen.

Meine Schwester, die gerade ihr Medizin-Studium abgeschlossen hat, meinte darauf nur: "Nun finde Dich endlich mal damit ab, dass ich die bessere von uns beiden bin." Und legte auf.

Kommentare:

raphael m. hat gesagt…

Hmmmm, nette Schwester.
Ich kommuniziere mit meiner Schwester seit Jahren nur über Rechtsanwalt, wenn überhaupt.
Den Rest meiner Familie hab ich vor Jahren beerdigt, brauche mich also nicht mehr aufzuregen...

der.Grob hat gesagt…

wie heißt es so schön - freunde kann man sich aussuchen, familie nicht. daher bin ich dankbar für die meine, mit der jede feier zu einem feucht-fröhlichen gelage wird, mit obszönen liedern und kopfschmerzen am nächsten tag.

Anonym hat gesagt…

blut ist nicht unbedingt dicker als wasser!

F hat gesagt…

Raphael, wie kam´s dazu? Geld, Liebe, Macht?

DerGrob, so sollte es sein. Ein Wunsch.

BSC, und wie verhält sich Öl dazu? ;-)

raphael m. hat gesagt…

Geld und Macht
Beides Dinge die mir nichts bedeuten.
Leider ist das bei meiner "Schwester" anders...
Aber das ist lange her und ich hab seitdem keinen Kontakt mehr mit ihr, weiss nichtmal wü sie wohnt und das soll auch so bleiben.

Unknown hat gesagt…

Aujaujau. Meine Familie ist eigentlich zun Glück ganz gut drauf.
Bin aberallerdingsauch Scheidungskind und desderwegen mit Bio-Mutter in eher freundschaftlichem denn mütterlichem Verhältnis (bei Babba aufgewachsen).
Und meinen Bruder liebe ich über alles. Über alles, ehrlich.

F hat gesagt…

Raphael, dann also "Gerechtigkeit"?

Franziska, so würde ich es mir gelegentlich auch wünschen. Bio hab ich auch im Kühlschrank. ;-)

Unknown hat gesagt…

Jaaa, man muss ja irgendwie unterscheiden, deshalb ist das eine die biologische Mutter, das andere die soziale. Quasi. Ich könnte auch Namen nennen, aber das würde ja nix nützen ;-)

raphael m. hat gesagt…

Gerechtigkeit ?
Gibt es sowas noch in dieser Welt ?
Ich glaube an vieles, aber nicht an eine "Gerechtigkeit"
Die einzige Gerechtigkeit die es im Leben gibt ist der Tod, denn der macht uns alle gleich, und er ist unausweichlich. ;-)

Oles wirre Welt hat gesagt…

Ich hab frische BioBio-Produkte von Plus gekauft und für sehr lecker befunden. Das tut nur wenig zur Sache, aber immerhin. Ansonsten habe ich leider keine Geschwister, aber keine geschiedenen Eltern. Geschwister hätte ich gern, mit dem Rest schätze ich mich sehr glücklich.

Anonym hat gesagt…

Schon wieder "Klick*?
Kommt in Ihrer Familie scheinbar öfter vor! Nur wer kopiert wen? :)

Ich habe die Familienfeiern auch sooo gehasst. Omma war der Hammer. Ich hätte mich gefreut, wenn Sie einen Hund gehabt hätte. Stattdessen begrüßte Sie mich stets mit "Du bist ja so blass, Jung", "Du hast ja so tiefe Augenränder" und "Du hast Ohren wie ein Jude". Außerdem spuckte Sie auf Taschentücher und wischte mir damit die Reste des kramellisierten Zucchini :) vom Jochbein.

Aus Rache habe ich mir statt Kaugummi ("Hier 5 Mark für Kaugummi!") dann Pornohefte gekauft.

F hat gesagt…

MC, das ist ein schlechter Start für die Sexualität, wenn es aus Rache geschieht. ;-)

Anonym hat gesagt…

Das war eher ein schlechter Start für den monetären Umgang. Ich habe schließlich nicht aus Rache onaniert. :)

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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