Dienstag, August 02, 2005

Post.

Ich hasse ja Leute, die denken, sie könnten kochen, nur weil sie zweimal Tim Mälzer gesehen haben und nun in jedes ihrer langweiligen Gerichte Balsamico kippen.

Das soll aber heute nicht das Thema sein. Ich schweife ab. Ich will mich ganz offensichtlich nicht damit auseinandersetzen. Aber ich muss:

Bisher habe ich an passender und gelegentlich auch völlig unpassender Stelle propagiert, es gehe nichts über alte Freunde. Gute, alte Freunde sind ein Muss. Unverzichtbar. Nie wieder lernt man jemanden so gut kennen, nie wieder wird jemand so viel echtes Interesse zeigen. Neue Bekannte werden nie so dicht herankommen an den Kern. Heute nicht mehr; ich lasse sie einfach nicht, vielleicht wollen sie auch gar nicht. Möglicherweise geht es auch einfach gar nicht mehr.

Die Empfindung, etwas gemeinsam zu haben, ist ebenso unverzichtbar wie das Gefühl, dass man einfach in der Nähe guter Freunde so sein kann, wie man ist. Nichts erklären zu müssen. Einfach Scheiss drauf. Und auch dieses "Freunde für´s Leben" ist einfach gut. Wichtig. Wertvoll. Und überhaupt: Wie bekommt man sonst solche Karten wie auf dem Bild?

Dementsprechend habe ich meine alten Freunde gut gepflegt, je nachdem. Entweder war es ein bunter Briefwechsel auch in die entlegendsten Orte unserer Galaxie. Oder halbjährlich Ein-Wort-SMS-Nachrichten, die nur dieser Empfänger versteht, und dann vielleicht lächelnd den Kopf schüttelt. Oder regelmäßige Anrufe zwei Tage nach dem Geburtstag des guten Freundes, um ihn besondere Behandlung fühlen zu lassen.

Mein bester Freund stand hier auf der Prioritätenliste regelmäßig ganz oben. Sei es, dass ich hinfliegen musste, weil er wieder einmal Scheisse gebaut hatte und ich ihm helfen musste, sei es, dass um vier Uhr nachts die Anrufe kamen, die Welt geht unter. Ich habe das einfach gern gemacht, ich hatte ein gutes Gefühl. Etwas läuft richtig. Auch mehrere Jahre Auslandsaufenthalt - richtiges Ausland - konnten dem nichts anhaben.

Nun - ich kann gar nicht genau sagen seit wann - ist aber alles anders. Und ich habe keine Erklärung dafür. Mir scheint diese Beziehung nicht mehr so wichtig zu sein. Ich kommuniziere nur mit halber Kraft mit ihm. Ich rufe nicht zurück. Er flog letztens aus Südostasien ein, um mit mir zu sprechen. Wir haben uns kurz gesehen, und ich bin dann im Menschengewühl verloren gegangen. Ich habe nur kurz geschaut, und bin dann nach Hause. Ich hatte mich nur leidlich gefreut, ihn zu sehen. Ich habe eine SMS geschickt und erklärt, ich sei zu urlaubsreif, mit mir könnte man derzeit nichts anfangen, ich ginge mir selbst auf die Nerven. Stimmt zwar, erklärt aber nichts. Ich weiß nicht, warum. Es gab keine Verletzungen. Es hat sich nichts gravierendes verändert, jedenfalls nichts wichtiges.

Ich habe Angst davor, ihn anzurufen.

Ich bin traurig.

Kommentare:

Simon Prima hat gesagt…

SMS sind ja das Kommunikationsmittel der Wahl für die, die sich vor einer Antwort fürchten...

Anonym hat gesagt…

So dummdreist es klingt: Dinge ändern sich (auch ohne Grund). Aber wenn du Glück hast ists nur ne Phase.

Der Ehlers hat gesagt…

kleinesf: Sch... auf all die anderen, Hauptsache wir bleiben in Kontakt :-)) So, nun musst Du auch nicht mehr traurig sein!

F hat gesagt…

Simon P., stimmt, SMS ist für Verklemmte. Warum ist es bloß so verdammt erfolgreich? ;-)

SirD., aber bisher nicht ohne Grund. Ohne Grund ist ungesund.

Herr Ehlers, Kleinkönigsförde ist nicht Südostasien. Trotzdem :-)

pulsiv hat gesagt…

Es passiert wirklich... und ich hab keine Erklährung dafür. Hab leider schon mehr als einen "besten" Freund dadurch verloren...

Anonym hat gesagt…

Das mit den SMS ist sowas wie smalltalk für Leute die wichtig sein wollen und es nicht sind.

Ich kenne das Problem auch. Ein Freund von mir ging vor acht Jahren als Z-Sau zum Bund und ich zum Zivildienst. Danach wollten wir eigentlich zusammen ziehen. Ich stellte fest, daß wir grundverschieden waren und began ihn einfach nur noch reden zulassen. Quintessenz, ermachte mich nur noch dumm und ich hörte ihm nicht dabei zu.

Jedoch kenne ich auch ein gutes Gegenbeispiel ... . So habe ich auch Freunde die ich Teilweise 4 Jahre nicht gesehen und / oder gesprochen habe. Nachdem ich mit einem etwas eigenartigen Gefühl wiedergetroffen habe und wir einen Abend ein wenig getrunken (ich gebe zu reichlich) hatten verstanden wir uns besser dennje.

Ich denke man entwickelt sich weiter und verliert die aus den Augen die sich nicht in die selbe Richtung entwickeln und somit uninteressant werden.

Mit Freunden ist es immer so eine Sache, sicher kann man in ihrem Umfeld so sein wie man ist. Aber sollte man das nicht immer und überall? Abgesehen davon bin ich der Meinung, um solänger man bestimmte Menschen kennt, um so höher ist die Erwartungshaltung von einem selbst (an einen selbst und an die anderen). Ich habe mich oft beobachtet wie ich mich vor "guten" Freunden verstellt habe um zu gefallen ... (ich denke das ich das nicht mehr mache).

Noch eine Frage: Wieso rufst du nicht einfach an? Dir wird schon keiner den Kopf abreisen und du kannst danach ruhiger schlafen bzw. dümpelst nicht mehr so unkoordiniert durch deine Gedankenwelt.

Anonym hat gesagt…

Ohne Grund ist nicht gesund...
das muss ich mir merken. Recht hast ja aber Gründe gibts genug: Erderwärmung, Schicksal, göttliche Fügung, whatever.

F hat gesagt…

Auseinanderleben ist aber bei mir als Ursache auszuschließen.

SirD., im Grund kann man nicht schwimmen. ;-)

Anonym hat gesagt…

Es gibt einen Grund dafuer: Zeit.

Kann man nicht viel machen ausser zu versuchen die Beziehung zu demjenigen wieder aufleben zu lassen, wenn man das denn wirklich will.

Anonym hat gesagt…

Es gibt leute, die denken, sie könnten asiatisch kochen, nur weil sie eine milde chili-schote an ihr essen tun.

Anonym hat gesagt…

ob nun schleichende entfremdung, simples auseinanderleben, wachsende sprachlosigkeit oder was auch immer, ich muss dem herren dregan recht geben: dinge ändern sich, gefühle und bindungen ändern sich und dazu gehört, dass menschen kommen und andere gehen (und manchmal nach einer gesunden pause auch wiederkehren).
diese erkenntnis ändert leider nichts an dem komischen gefühl im bauch. ich kann das gut nachvollziehen.

Anonym hat gesagt…

sdregan hat recht: dinge aendern sich und ich meine menschen kommen, menschen gehen, nichts bleibt so wie es ist. gibt bestimmt gruende dafuer.

aber sms ist nicht unbedingt die feine art, kleinesf. ruf bloss an. zum smsthema hab ich auch noch was (passt zwar nicht ganz zu deiner geschichte, aber dennoch: hier

Anonym hat gesagt…

Durch die modernen Kommunikationsmedien verlernt man leider zu oft eine doch sehr wichtige Sache: Persönlich reden.

Wenn ich einen Freund, der inzwischen 500km von hier entfernt lebt, nach einer längeren Zeit mal wieder sehe, ist die Stimmung zunächst auch komisch. Was hier hilft: Alkohol. Für irgendwas muss das ja gut sein. Am nächsten Tag ist dann auch nüchtern wieder alles im Lot und es kommt einen vor, als hätte man sich nie wirklich (fast) aus den Augen verloren.

OT: Weinübergabe vergessen! Morgen!!

Unknown hat gesagt…

Ich habe in meinem Leben schon drei beste Freundinnen verloren. Eine davon war meine Seelenverwandte. Nach einem großen Streit war Funkstille. Sie wohnte dann in London. Und nach einem Jahr haben wir uns vorsichtig per Brief und Telefon wieder angenähert. Seitdem ist es gut, aber wie früher wird es niemals sein und manchmal bereue ich das, aber ich weiß auch, dass es nicht zu ändern ist. Weil so viel Wasser den Bach hinunter geflossen ist und wir nicht mehr die Menschen sind, die wir mal waren.

F hat gesagt…

Sake, ich bin mir ziemlich sicher, dass Zeit nur ein Konstrukt ist, aber nicht wirklich existiert. Demnach auch keine Ursache sein kann. ;-)

Nasebär, und Natriumglutamat. Ekelhaft. Und gesundheitsschädlich.

Zuggermuddi, das ist deprimierend. Schreib was anderes. ;-)

BSC, SMS kann in Notfällen zulässig sein.

MC, so einen langen Text gelesen? Erstaunlich. ;-P

Franziska, jeder wird solche Erfahrungen haben.

Wenn mich der Beziehungswandel nicht berühren würde, wäre ich nicht traurig. Ich setze auf: Phase. :-)

Anonym hat gesagt…

liegt vielleicht dran, dass Du mitten im Gespräch aufstehst um Dir einen Tee zu machen :-)

Bloggsberg hat gesagt…

Wie lange hält die "Phase", dieses Desinteresse, denn schon an? Sowas kann in der Tat vorbeigehen.
Ich würde vorschlagen, die Freundschaft nicht zu zergrübeln oder nach Gründen zu suchen, sie zu verwerfen.
Sake hat es schon auf den Punkt gebracht: Zeit. Die sollte vielleicht erstmal ins Land ziehen; und dann irgendwann mal einen neuen Start versuchen.

texas-jim hat gesagt…

Ich bin noch nie geflogen.

Kann deshalb auch keine Vorschläge zum Freundschaftserhalt machen.

Aber ich liebe Kurznachrichten. Ich kann eben besser schreiben als reden. Oder noch schlechter reden als schreiben. Wurde schon ausreichend kritisiert. Der Versuch, mich zu ändern, schlug fehl. Ich sitze gerne und höre zu. Ohne viel zu sagen. Keine Grundlage für ein Gespräch.

Monologe sind nur im Theater schön.

Simon Prima hat gesagt…

Übrigens, darf man fragen, was denn dann der Grund für die Meidung ist?

F hat gesagt…

So ganz war es noch nicht einzugrenzen.

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

Anna Nova

Anonym hat gesagt…

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