Freitag, Dezember 15, 2006

Magenta Baby Blues

Die ersten sechs Monate Vatersein haben schon ordentlich Spuren hinterlassen. Wenn ich morgens vor den Spiegel trete und den Kopf hochnehme, folgt wenig später das Gesicht. Meine Schultern sind grandios verspannt, die ganze Körperhaltung hat sich irgendwie verkeilt. Würde ich zu Staub zerfallen, es blieben drei Kanthölzer übrig. Würde ein Chiropraktiker das alles lösen, ich würde augenblicklich in einen komatösen Zustand fallen vor lauter innerem Fluss. Die Brandung war schon immer gefährlich für mich. Die Knie schmerzen, der Lorkus wird nicht gebraucht, der Kopf ist von der Schlafentzugsfolter rammdösig. Man könnte Kaminholz drin stapeln. Ich hab Rücken. Wenn man mich jetzt auf einer Sonneninsel in den Urlaub parken würde, die plötzliche Frische im Gehirn durch Entspannung könnte mich flockig in einen Schock versetzen. Ich gehe nicht ans Telefon, denn die Anrufer machen sich Sorgen wegen der unterholzkrachenden Brüchigkeit meiner Stimme. Wenn ich meine alten Texte anschaue, frage ich mich, wer schreibt da? Doch, wie soll ich sagen, als ehemaliger Gegner von jedweder Einschränkung persönlicher Freiheit kann ich nicht mit Steinen auf das Glashaus werfen, aus dem meine Knochen sind. Und erklären kann ich es auch nicht richtig. Dieses Ding mit der Familie. Aber es macht glücklich. Einfach so.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich wünsche viel Glück und Kraft! Bei mir ist das ganz schlimm schief gelaufen, das mit der Familie. Zu jung und zu blöd gewesen, glaube ich.

F hat gesagt…

Hui. Nach oben hin ist´s bei mir auch alles andere als eine Gerade.

Anonym hat gesagt…

so, sie haben also rücken? ich habe hüfte. wollen wir tauschen?

Anonym hat gesagt…

ich habe bauch. für den nächsten sommer unbedingt wieder etwas abtrainieren.

Anonym hat gesagt…

und wie gehts ihrer frau?

Anonym hat gesagt…

:)

Anonym hat gesagt…

Schön gesagt, kleines f! Sie haben die Muttergefühle in mir neu entfacht, Rrrrr... ;-)