Freitag, Juli 13, 2007

Alles in Fluss

Die Isar-Auen haben ja etwas für sich. Lässt man sich bei sonnigem Wetter dort ins hohe Gras fallen, ist man fast nicht mehr zu sehen. Nur die Sonne sieht, was im hohen Gras geschieht. Auch kann man beruhigt etwas eindösen, denn das Kind kommt wegen der Dichte der Gräser nicht weit. Leider nur ist das Auenland zu klein bei gutem Wetter. Bedeutet, man hört auch andere Leute. Und davon hat München ja einige. Besonders einige von den affektierten Hundebesitzern.

Das ist also die Geschichte von Ete-Petete, der Mopsdame. "Komm zu Mami, Ete-Petete", hör ich, als ich durch allzu feuchtes Lecken an meiner Fußsohle aus schweren Sonnenträumen gerissen werde. Der blöde Mops muss meinen Weg durch das Gras nachvollzogen haben und zieht seine spitze Mopszunge über eine nasse Spur an meinem Fuß. "Komm zu Mami, Ete-Petete", hör ich nochmal, woraufhin die mopsähnliche Ratte einmal aufkläfft, so dass ich nun gänzlich wach werde und ungnädig. "Verpiss dich, Hund", rufe ich schläfrig-genervt, ziehe meinen Fuß zurück und frage mich gleichzeitig, wo das Kind stecken könnte. Der Hund verwandelt sich in einen tollenden Hautfaltenwürfel und rast erst vorwärts an mir vorbei, springt mir dann mit seinen kleinen Krummbeinen auf den Bauch, um sich von dort abzudrücken und einen Satz auf meine geöffnete Tasche zu machen. "Hey!", werde ich ärgerlich, und will ihn schon mittels unwirschen Seitenhiebs von der Tasche und der darin enthaltenen Babytrinkflasche bringen, da ruft jemand anderes streng und von ganz nah ebenfalls "Hey!". Ich halte inne.

Vor mir steht die Mami von Ete-Petete, nackt, Oberarmtatoo, Körbchen fast B, dafür sehr lange Schnuller, die rechts und links an mir vorbeisehen. "Nehmen Sie Ihren Hund weg!" schauze ich sie an, "der sabbert hier alles voll!" Ich starre gegen die Sonne erst auf ihren Bauchnabel, dann auf ihre Stubenfliegensonnenbrille. "Na, sind sind selbst Schuld", meint sie, bückt sich und greift nach ihrem kläffenden Faltensack. Die Schnuller wollen dabei nicht auf den Boden zeigen, sondern weiterhin abbiegen. Ich mache Anstalten, mir etwas zum Abwischen der Hundespuren zu suchen, und schaue aus den Augenwinkeln nach dem Kind. Irgendwas stimmt nicht.

"Wieso selbst Schuld? Ihr Mops muss doch wohl an die Leine, so wie der sich aufführt!", kläffe ich. "Na, ihr Krabbelmonster hat Ete-Petete geweckt und sie am Schwanz gezogen. Wie würden sie das finden als Hund?" Ich werde auf Schlag unsicher, stehe auf. In der benachbarten Kuhle sehe ich ein grinsendes Kleinkind, dass mir die Finger entgegenstreckt. Glucksende Geräusche.

Verdammt.

Kommentare:

pulsiv hat gesagt…

kleiner racker.

Anonym hat gesagt…

Mops-Hunde sind süß!