Dienstag, September 11, 2007

Overflow

Ich glaube ja nicht, dass Augen die Fenster zur Seele sind. Fenster könnten keine Brücken bauen zwischen Gesichtern, und Fenster könnten auch nicht mit einem Blinzeln Tag und Traum trennen. Unbestritten ist demgegenüber, dass der Mund die Müllkippe der Seele ist. Nach Lust und Laune würgen die Menschen ihren Bauch und ihr Herz hoch, und heraus schießt etwas, das wie eine Zunge aussieht. Ebenso formt das Gehirn Laute und presst sie ohne weiteres Rückhaltebecken in die Gegend, egal, wer da gerade im Schallkegel herumsteht. Selbst dann, wenn man bei besonders gefährlichen Textterroristen aus Sicherheitsgründen eine Tastatur zwischenschaltet, auf die sich die Verbalkotze ergießen kann, gibt´s meist kein Halten. Die Wehen müssen raus, müssen ausgelebt, in die Welt gesandt werden. Stopp. Ich mag nicht mehr. Too much Information. Ich möchte einmal nicht per Sucht diesen ganzen Presswehendünnschiss in mich aufsaugen müssen, will einmal, dass mich ein Ort besucht, an dem es keine Internetverbindung gibt. Ich will nur eine Woche im Bett liegenbleiben und die Buchstaben, die Wörter, die Sucht nach der Bestätigung durch anderer Leute Ausdünstungen rausschwitzen. Doch meist ist dafür einfach keine Zeit, es geht voran.

Seit heute morgen ein Hoffnungsschimmer. Nun fühle ich, wie eine Grippe in mir aufsteigt. Das wird eine schöne Zeit.

Kommentare:

F hat gesagt…

´s niemand gemeint.

nora hat gesagt…

ja, mit Grippe wird alles einfacher. lebensfieber ist da schwieriger.

nora hat gesagt…

...ich hatte das jetzt schon so stolz auf mich alte Heulsuse bezogen... verdammt!

F hat gesagt…

Wenn Sie schon der Mittelpunkt Ihres Universums sein wollen, dann beziehen Sie einfach den ersten Kommentar hier auf sich. Dann passt es wieder.