Dienstag, Januar 08, 2008

Irgendwas muss anders

Derzeit sollte man mich nicht fragen, wie es mir geht. Meine Arme hängen wie ausgeleiert an meiner steinernen Schulter, aber sie schwingen nicht. Die Finger fühlen sich gebrochen an, als habe jemand mit dem Hammer jedem einzelnen das Leben herausgeprügelt. Das Herz schlägt von der Innenwelt abgeschnitten den falschen Takt, vom Bauchnabel abwärts gibt es seit Tagen keine Meldung. Ob die Zehen noch da sind? Man weiß von nichts. Die schon seit Jahren bekannte Nachweihnachtsdepression zieht neue Furchen in die Stirn, die Falte über der Nase wird irreversibel tiefer und stößt bald durch die Schädeldecke nach Innen. Haare verlassen das sinkende Schiff und springen vor meinen Augen in die Freiheit, ihren Freitod. Die Augen sehen das alles, leiten aber nichts weiter, ob wegen Stau, aus Überlastung oder Rücksicht, ich weiß es nicht. Ich dachte, durch Flucht vor Weihnachten in die Sonne ließe sich die Sache besser überleben, umgehen oder verkleinern. Stattdessen sitze ich hier wie erstarrt vor dem Monitor, das Telefon blinkt wie ein Feuerwehrauto auf dem Weg zum Großbrand, mehrere Mails bitten dringend um Bearbeitung, es ist aber so, ich kann nicht. Ich sitze in einem Berg von Papier, und der Druck wird in Kürze einen Schwelbrand auslösen.

Kommentare:

Ninifaye hat gesagt…

Prokrastinatoren wissen, was hilft: Sich selbst mit der KAU (kleinsten anzunehmenden Unamnehmlichkeit)beschäftigen (etwa den Tacker neu betackern oder die Post-Its farblich sortieren) und dann weiter nach oben vorarbeiten.

F hat gesagt…

Ich habe keinen Überblick.

Ninifaye hat gesagt…

Überblick wird generell überbewertet.