Freitag, Januar 23, 2009

Hof in Fetzn

Es ist natürlich nicht so schön, wenn man Urlaub auf dem Bauernhof bucht, damit das Stadtkind mal richtige Bäume und richtige Tiere zu sehen bekommt, man dann aber elterlicherseits drei Tage mit 40 Grad Fieber im Bett liegt. Denn wenn man aufgrund von Lägerigkeit schon fast die Sorgepflichten für sein Kleines nicht mehr auf die Reihe bekommt, dann klappt das mit der Flora und Fauna auch nicht. So waren wir also in unserem Zimmerchen gefangen, standen nur auf, um Pfefferminztee zu kochen und zeigten dem Kind Kühe, Schafe und Wald in Büchern. Essenswünsche wurden mangels Fitness ebenso ignoriert wie das Zerren an Bettdecke und Türklinke.

Viel verpasst haben wir dabei sicherlich nicht, wie sich am letzten Tag herausstellte. Der sogenannte Bio-Hof hatte im angrenzenden, stinkenden Stall eine Restzucht von Kühen, die sich gegenseitig blutig gebissen hatten, einen altersschwachen Esel, der nicht mehr laufen konnte und zwei dicke Ziegen, die mit Brötchenresten vom Frühstücksbuffet gefüttert wurden. Die acht Hühner bekamen die Wurstreste, ebenfalls vom Frühstücksbuffet. Und wer geglaubt hat, aufgrund der Bezeichnung Bio-Hof und des von uns bezahlten Preises auch Biolebensmittel verköstigen zu dürfen, der irrte. Schnitzel-Pommes aus dem Tiefkühlbeutel mit natriumglutamatschwangeren Soßen verdarben auch das letzte Sonst.

Positives Highlight war die Fahrt nach Hause im gemieteten Mini. Der rockte.

1 Kommentar:

texas-jim hat gesagt…

Na toll. Mit dem Mini wären Sie auch bis hier gekommen.